Lehe: Besseres Sicherheitskonzept für Rickmersstraße gefordert

Die Gruppe „Bürger in Wut“ (BIW) fordert ein besseres Sicherheitskonzept für die Rickmersstraße und das Rotlichtmilieu. Denn die Polizei war dort im vergangenen Jahr über 1000 Mal nachts im Einsatz. Ein Wirt erzählt, dass seine Gäste  nachts nur noch mit dem Taxi nach Hause fahren. Die anderen Parteien und die Stadt ist hingegen skeptisch. 

Arbeitsgruppe für Rotlichtmilieu gefordert

Für Timke sind die vielen Polizeieinsätze Beleg dafür, dass es in dem Bereich rund um das Rotlichtmilieu ein „massives Kriminalitätsproblem“ gibt. Er fordert den Magistrat deshalb auf, eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe unter Federführung der Polizei zu gründen, die ein besseres Sicherheitskonzept erarbeiten soll.

Gäste haben Angst im Bezirk

Georg „Pello“ Birkl (62), seit Jahrzehnten Wirt der Frenssenstube und Vorstandsmitglied des Bremerhavener Hotel- und Gaststättenverbandes, würde Sicherheitsmaßnahmen rund um das Rotlichtviertel durchaus begrüßen: „Man liest ja ständig von Überfällen beispielsweise in der Stormstraße. Meine Gäste gehen schon gar nicht mehr zu Fuß nach Hause, sondern steigen ins Taxi“, sagt das Wirte-Urgestein

Bremer Konzept als Vorbild

Als Beispiel dafür könne das Konzept auf der Bremer Discomeile dienen. Dort gibt es Videoüberwachung, zusätzliche Straßenbeleuchtung, ein Waffenverbot und Türsteher, die beim Stadtamt gemeldet werden müssen. Die Discobetreiber werden an den Kosten beteiligt.

Parteien sind skeptisch

Die übrigen Parteien stehen der BIW-Forderung eher skeptisch gegenüber. SPD, FDP, Grüne und CDU sind überzeugt, dass die Polizei den Bereich gut im Blick hat. Nur wenn von dort Handlungsbedarf gefordert wird, wollen sie agieren.

CDU will über Videoüberwachung nachdenken

Die CDU meint, dass man über Videoüberwachung an der Lessingstraße zumindest nachdenken könnte. FDP und Piraten halten diese für Unnütz. Der Magistrat sieht ebenfalls keinen Bedarf für ein zusätzliches Sicherheitskonzept, die Polizei habe den Bereich besonders im Blick.  Timke ärgert das, denn er meint, man müsse darüber nachdenken, wie man die Polizei entlasten könne.

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Laura Bohlmann-Drammeh

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Nach dem Studium der Journalistik und der "Modern Indian Studies" in Bremen, Göttingen und Indien, hat Laura Bohlmann-Drammeh in Bremen volontiert. Jetzt unterstützt sie die Nordsee-Zeitung in der Stadtredaktion und freut sich, wieder in der alten Heimat zu sein. Aufgewachsen ist sie nämlich in Cuxhaven.