Leherheider Tunnelberg – das ist kein Name #isso

Zuerst möchte ich Danke sagen: Ich finde es toll, wenn Menschen sich ehrenamtlich engagieren. So wie das Team, dass acht Monate lang in Leherheide einen Namenswettbewerb organisiert hat, um dem Hügel in ihrem Stadtteil einen Namen geben zu können. Herausgekommen ist „Leherheider Tunnelberg“. Mit Verlaub: Das ist aus den 248 Einsendungen zur Namensfindung wohl mit Abstand der langweiligste Name aller Zeiten.

Der Name ist zu lang

Davon ab, einen Haufen Sand einen Berg zu nennen, ist mehr als nur peinlich. Auch wenn das Ding rund 22 Meter hoch sein wird und damit wohl zum höchsten Punkt in Bremerhaven zählt. Aber nur weil es der höchste Punkt ist, muss es doch nicht fast die gleiche Anzahl an Buchstaben, oder? *Ironie off*

Mein Favorit

Das Argument, dass es ein Name sein muss, der sich künftig auch auf Landkarten und im „Navi“ wiederfinden soll, leuchtet mir nicht ein. Es haben ganz andere Namen in die Karten geschafft – Bütteler Specken zum Beispiel. Warum also nicht eine Bezeichnung, in der zum Beispiel das Wort „Heidjer“ vorkommt? „Heidjer Hügel“ wäre mein Favorit gewesen. Das wäre kurz und knapp gewesen und jeder hätte gewusst, wo sich der künftige Aussichtspunkt besteigen lässt.

Viele Diskussionen

Als nächstes beschäftigt sich die Politik mit der Namensgebung. Die Stadtverordneten werden die Juryentscheidung aber bestimmt nur durchwinken. Dabei hat der Name für viele Diskussionen gesorgt. Allein unter unserem Post vom 23. September haben viele kommentiert.

Und vielleicht entscheidet ja nicht nur die Politik, sondern auch die Zeit. Denn der ein oder andere Name hat sich nie durchgesetzt. Oder kennt jemand einen Bremerhavener, der Klinikum Bremerhaven Reinkenheide sagt? Oder die  Abkürzung KBR benutzt? Ich höre nur Reinkenheide oder noch die alte Abkürzung ZKH für Zentralkrankenhaus. Und die Seebäderkaje bleibt die Seebäderkaje.

Der Volksmund

Also sitze ich den Namen für das Landschaftsbauwerk in Leherheide einfach ab. Denn der Volksmund wird es richten. Da bin ich mir ziemlich sicher.

Lili Maffiotte

Lili Maffiotte

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Lili Maffiotte, Spanierin mit kompliziertem Namen, aber ohne Spanischkenntnisse, geboren und aufgewachsen in Norddeutschland. Seit 23 Jahren bei der NORDSEE-ZEITUNG - als gelernte Fotografin von der Bildredaktion über ein Volontariat in die Lokalredaktion mit Zwischenstationen in der Sportredaktion. Seit Oktober 2015 in der Online-Redaktion für die Social-Media-Kanäle zuständig.