Margrit Vürst kümmert sich um die Sammelschiffchen der DGzRS

Die Schiffsflotte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) umfasst rund um Bremerhaven bedeutend mehr Schiffe, als man denken mag. Denn zu den großen Rettungskreuzern kommen auch noch die kleinen Sammelschiffchen für Spenden. „Wir hatten früher 300 davon – von Bremerhaven bis hin nach Sievern“, erzählt Margrit Vürst, die seit 32 Jahren als ehrenamtliche Helferin aktiv ist.

Viel Ertrag durch Sammelschiffchen im Rotlichtviertel

Die 85-jährige Langenerin ist im nördlichen Bereich der Seestadt Bremerhaven dafür zuständig, regelmäßig die Schiffchen zu leeren, die zur Unterstützung der DGzRS aufgestellt waren. „Die meisten Schiffchen standen im Rotlichtviertel“, ergänzt der Erste Vormann (Kapitän) Ulrich Fader des Rettungskreuzers „Hermann Rudolf Meyer“, der im Geeste-Vorhafen in Höhe des Lotsengebäudes stationiert ist. Dort schaut Margrit Vürst regelmäßig vorbei.

An der Bar das Geld gezählt

„Einer meiner ersten Einsätze war im stadtbekannten ,Monopol‘ nahe Flötenkiel. Es war dort sehr schummrig und so saß ich dann mit Taschenlampe an der Bar zwischen den jungen Mädchen und habe das Geld gezählt“, erinnert sich Margrit Vürst schmunzelnd. Inzwischen sei die Anzahl der Schiffchen geschrumpft, in der Rickmersstraße gebe es nur noch eins. Sie und weitere rund zwölf Ehrenamtliche sind in Bremerhaven bei der Betreuung der Schiffchen oder bei Veranstaltungen wie der Sail für die DGzRS im Einsatz. Dabei seien allein durch ihre Hände in den vergangenen zehn Jahren rund 77 000 Euro der Organisation zugeflossen, erzählt Margrit Vürst.

Spenden sind einzige Geldquelle

Die DGzRS finanziert sich ausschließlich durch Spenden, ob durch die Schiffchen oder direkte Zuwendungen. „Ohne solche Leute, wie Margrit, könnten wir unseren Job nicht machen“, ergänzt Fader. Jeder könne Fördermitglied werden und bestimmen, wie oft oder wie viel gespendet wird. „Wir haben sogar einen sehr starken Stamm an Förderern ausgerechnet in der Schweiz.“ Wenn jemand sich am alljährlich stattfinden „Tag der Seenotretter“ entschließe, Fördermitglied zu werden, könne er einmalig an Bord die Fahrt eines Rettungskreuzers mitmachen. (stn)