Misshandelter Hund in Bremerhaven: Tierschutzverein schreitet ein

Eine Dienstaufsichtsbeschwerde hat der Bremerhavener Tierschutzverein gegen die Amtsleiterin des Tierschutz- und Veterinärdienstes des Landes Bremen gestellt. Der Grund: Die Amtsleiterin hat veranlasst, dass ein Tierquäler einen seiner beiden Hunde wieder aus dem Tierheim abholen durfte.

Wohnung für Tiere ungeeignet

Der 30-jährige Hundebesitzer hatte Mitte Dezember einen seiner zwei Hunde getreten und gewürgt. Die Polizei überprüfte den Fall und stellte Anzeige nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes. Die beiden Hunde des 30-Jährigen wurden im Tierheim untergebracht, nachdem die Polizei festgestellt hatte, dass die Wohnung des Halters – er stand unter Alkohol- und Drogeneinfluss –nicht dazu geeignet ist, Tiere artgerecht zu halten.

Tierschutzverein: Falsche Entscheidung getroffen

Zwei Tage später ordnete die Bremer Amtsleiterin die Bremerhavener Amtstierärztin an, dass der 30-Jährige seine Französische Bulldogge wieder abholen durfte. Das andere Tier, ein Listenhund, ist weiterhin im Tierheim untergebracht. Der Tierschutzverein wirft nun der Behördenleitung vor, vorschnell eine falsche Entscheidung getroffen zu haben. „In Kenntnis des Polizeiberichts ist diese Entscheidung völlig unverständlich“, kritisiert der Tierschutzverein. Angebracht gewesen wäre eine weitere behördliche Inobhutnahme des Hundes, vor allen Dingen, weil eine Wiederholungsgefahr der Tierquälerei nicht ausgeschlossen werden könne.