Mit der Gummi-Büx trocken durch das Festival

Ob Hurricane, Deichbrand oder Wacken – Musikfestivals machen Spaß. Sie haben bloß einen Haken: Wer dort feiert, kommt ziemlich sicher mit total verdreckter Kleidung nach Hause. Angelika Hansen aus Bremerhaven kennt das Problem, denn ihr Sohn besuchte jahrelang die Hurricane-Sause. „Junge, wie siehst du denn schon wieder aus?“, bekam er regelmäßig von seiner Mutter zu hören. Doch dann erfand sie eine Party-Hose – die Rubber-Büx.

Die Rubber-Büx ist eine regenabweisende Gummi-Latzhose mit Handyfach und Biertasche am Gesäß. „Praktisch und funktionsfähig“, findet Angelika Hansen. Der Spaßfaktor soll aber auch nicht zu kurz kommen, sagt sie: Deshalb könne man die Büx, die es in den Grundfarben Weiß, Schwarz und Pink gibt, beispielsweise nach eigenem Gusto bemalen oder die Beine kurzerhand abschnippeln.

2500 Hosen in der Türkei bestellt

Klingt alles recht lustig, ist aber eine bierernste Geschäftsidee. 2500 Hosen lässt die 49-Jährige gerade aus der Türkei kommen. Dort sitzt nämlich der Produzent, der die Buxen mit dem Fische-Logo nach Hansens Vorstellungen angefertigt hat.

Erster Test beim Hurricane-Festival in Scheeßel

Ob das Kleidungsstück mit der Party-Funktion auch den jungen Leute bei den Festivals gefällt, wird die gelernte Einzelhandelskauffrau spätestens vom 24. bis 26. Juni beim Hurricane in Scheeßel erfahren. Dort wird sie – unterstützt von zwei Freundinnen – zum ersten Mal die Buxen unters Party-Volk bringen. Verkauft wird direkt vom Lastwagen, der eigens hierfür gemietet wird. Anfang August folgt das Heavy-Metal-Festival in Wacken. „Für Deichbrand in Wanhöden habe ich leider keinen Platz mehr bekommen“, bedauert sie.

Start-up-Preis für die Idee

Angst davor, dass ihre Idee ein Flop werden könnte, hat Hansen nicht. Dafür seien die bisherigen Reaktionen zu positiv gewesen. Wie gut die Hose ankomme, habe sie im vergangenen Herbst beim Start-up-Weekend in der Hochschule gemerkt. Nicht nur, dass sie dort mit ihrer Idee einen von drei Preisen einheimsen konnte, auch der Applaus der Zuschauer habe ihr gezeigt, dass sie auf dem richtigen Weg sei.

„Mein Sohn findet die Idee ebenfalls fantastisch“, sagt sie. „Sogar die Veranstalter vom Wacken-Festival, bei denen ich mich angemeldet habe, haben gefragt: Wieso sind wir nicht auf diese Idee gekommen?“, erzählt Hansen amüsiert. Einige ältere Leute hätten sich zudem schon erkundigt, ob man die Rubber-Büx auch im Garten anziehen könne.

Nächster Plan: der Kettenhemd-Look

Für den Fall, dass alles gut läuft, hat Hansen schon die nächsten Pläne parat: „Nächstes Jahr möchte ich die Hosen dann auch bedruckt anbieten: im Kettenhemd-Look oder mit einer Mondlandschaft als Motiv“, überlegt sie.

Auch auf den ostfriesischen Inseln möchte sie die Werbetrommel rühren. Dort könnte sich die Rubber-Büx nämlich als wetterunempfindliche Insel-Hose etablieren. Zuerst steht jetzt erst einmal Hansens Premiere beim Hurricane und in Wacken auf dem Programm – als Party-Hosen-Verkäuferin und als Gast. Denn: „Ich selbst war noch nie auf einem Festival“, sagt sie.