Mitmachen: Fischtown Pinguins zeigen in München viele positive Dinge

von Matthias Berlinke

Niemand verliert gerne, auch nicht die Fischtown Pinguins. Allerdings haben sich die Bremerhavener im ersten Playoff-Viertelfinale beim EHC Red Bull München trotz der 1:4-Niederlage teuer verkauft. Den Beobachtern sind viele positive Dinge aufgefallen. Die Pinguins selbst zeigten sich selbstkritisch und ärgerten sich über den Spielverlauf. Das spricht für den guten Charakter der Jungs.

Red Bull spielt unheimlich dynamisch

Wenn die Red-Bull-Boys ins Laufen kommen, sind sie nicht zu halten. Das hat man vor allem im zweiten Drittel gesehen, als sie mächtig viel Dampf machten, ein unfassbar dynamisches Miteinander präsentierten und drei Tore schossen. Innerhalb von 13 Minuten machten sie aus einem 0:1 ein 3:1. Das war beeindruckend. Kein Vorwurf an die Pinguins: Sie hatten keine Chance, diesen Lauf zu unterbinden – auch wenn sie alles versucht hatten.

Perfektes erstes Drittel der Pinguins

Im ersten Drittel lief es perfekt für die Pinguins. In der Defensive machten sie keine Fehler. So kam München zwar zu vielen Schüssen, aber die meisten mussten aus ungefährlichen Situationen abgefeuert werden. Nach vorne setzten die Pinguins den einen oder anderen Nadelstich. Einen davon verwertete Mike Hoeffel zum 1:0 (17. Minute). Die Bremerhavener hatten zwar weitaus weniger Chancen als bei anderen Auswärtsspielen – insgesamt nur 23 Schüsse -, dafür agierten sie taktisch clever. An dieser Feststellung ändern auch die vier Gegentore nichts.

Bremerhaven bleibt von der Strafbank weg

Positiv für die Pinguins: Die Mannschaft blieb von der Strafbank weg. Eine Hinausstellung gegen Dominik Tiffels, ein verschuldeter Penalty von Mike Moore – mehr gaben die Seestädter nicht her. Und das war wichtig. Denn das Powerplay der Münchener ist eine Wucht. Das möchten die Pinguins so selten wie möglich vermeiden.

Jeremy Welsh ist der stärkste Angreifer im Kader des DEL-Neulings

Auffälligster Pinguins-Angreifer war im ersten Playoff-Duell mit München der Kanadier Jeremy Welsh. Er strahlt im Vorwärtsgang immer Gefahr aus. Auch Cory Quirk muss positiv erwähnt werden. An Top-Torjäger Jack Combs lief das Spiel über weite Strecken vorbei. Ist aber nicht tragisch: Denn die abgelockten Stürmer kommen immer wieder schnell zurück und machen dann wichtige Tore.

Jerry Kuhn ist immer „on fire“

Torhüter Jerry Kuhn zeigte eine ordentliche Leistung. 48 Schüsse bekam er auf den Kasten – das war schon eine ordentliche Leistung. Wenn der Goalie am Freitag seine ohnehin geniale Performance vielleicht sogar von 120 auf 140 Prozent steigern kann, ist gegen Red Bull bestimmt ein Sieg drin.