Mordprozess: Mutmaßliche Täterin fühlte sich sexuell belästigt

Wegen tödlicher Messerstiche muss sich ein Paar aus Bremerhaven seit Dienstag vor Gericht verantworten. Die Anklage wirft dem 57 Jahre alten Mann und seiner 48-jährigen Partnerin vor, im Mai betrunken einen 54-Jährigen erstochen zu haben.

Frau fühlte sich sexuell belästigt

Die Frau habe sich durch den 54-Jährigen sexuell belästigt gefühlt, sagte der Staatsanwalt im Landgericht Bremen zum Prozessauftakt. Aus „Ärger über die angebliche unsittliche Berührung“ habe sie mit ihrem Partner vereinbart, den Mann umzubringen, sagte der Staatsanwalt. Die Anklage wertet dies als Mord aus niedrigen Beweggründen.

Messer in den Nacken gerammt

Für die Tat hätten sich die Angeklagten mit drei Messern bewaffnet, darunter einem Küchen- und einem Steakmesser, sagte der Staatsanwalt. Sie trafen ihr Opfer am helllichten Tag an einem Supermarkt, dessen Parkplatz als ein Treff der Trinkerszene in Bremerhaven-Lehe gilt. Die Frau stach den 54-Jährigen so fest in den Nacken, dass ihr Messer abbrach. Ihr Partner rammte dem Opfer ein Messer in die Brust und verletzte die Herzkammer. Der Mann starb später im Krankenhaus.

Alkohol im Blut

Zeugen alarmierten die Polizei. Bei dem Angeklagten wurde bei der Festnahme 3,2 bis 3,3 Promille Alkohol im Blut nachgewiesen, bei der Angeklagten 2,9 Promille. Die Angeklagten äußerten sich zu Beginn des Prozesses nicht. (lni)