Nachtschicht, Bodega, Ludolph: Insolvenzen in Bremerhaven nehmen zu

Nachtschicht, Bodega und die Firma Ludolph: Insolvenzen haben 2017 in Bremerhaven zugenommen. Die beiden Gastronomien haben im Laufe des Jahres einen neuen Besitzer gefunden. Bei der zahlungsunfähigen Firma Ludolph soll im Januar über einen Sanierungstarifvertrag verhandelt werden. 

„Insolvenz kann eine Chance sein“

Bundesweit sinkt die Zahl der Insolvenzen. Nicht in Bremerhaven. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Insolvenzen um rund zehn Prozent gestiegen. Betroffen sind sowohl Firmen als auch Privatpersonen. Immerhin zwei Drittel aller zahlungsunfähigen Firmen werden vor dem Aus gerettet. „Eine Insolvenz kann eine Chance sein“, sagt Amtsgerichtspräsident Dr. Uwe Lissau.

Mehr Insolvenzen als 2016 in Bremerhaven

107 Firmen haben bis 30. November in Bremerhaven Insolvenz angemeldet – 2016 waren es im gleichen Zeitraum 90. Der Negativtrend setzt sich bei den Privatinsolvenzen fort: 263 in 2017, 255 in 2016. Gründe für die schlechten Zahlen gebe es viele, sagt Lissau. „Man muss die gesamtwirtschaftliche Situation sehen.“

Was führt zur Privatinsolvenz?

Den Anstieg der Privatinsolvenzen erklärt Lissau mit der schwierigen sozialen Struktur in der Stadt. „Arbeitslosigkeit, Scheidung, Krankheit oder auch der Umstand, dass sich viele mehr leisten, als sie zahlen können, kann zur Privatinsolvenz führen“, so Lissau. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre hat sich die Zahl der Privatinsolvenzen in der Stadt mehr als verdoppelt.

Zahlungsunfähige Gastronomie

Auffällig hoch sei die Zahl der zahlungsunfähigen gastronomischen Betriebe. „Auch das hängt mit der Sozialstruktur zusammen“, sagt Lissau. Betroffen waren aber auch Handwerk, Schifffahrts- und Logistikbereich. „Hier dürfte der hohe Konkurrenzdruck einer der Hauptgründe gewesen sein.“ (ssw)

Philipp Overschmidt

Philipp Overschmidt

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Philipp Overschmidt, Jahrgang 1988, ist in Georgsmarienhütte (Landkreis Osnabrück) geboren und aufgewachsen. Er studierte Politikwissenschaften und Soziologie in Osnabrück. Nach seinem Volontariat bei der NORDSEE-ZEITUNG ist er seit 2017 Online-Redakteur für nord24.