Neue Aue in Bremerhaven: Bürgerinitiative hofft auf Volksabstimmung

Es geht um 1,4 Millionen Quadratmeter Grün – teils Paradies, teil vermüllte Wildnis. Die Neue Aue: Grabeland vom Eckernfeld bis zum Hafen. Die Stadt will rund 13 der 104 Hektar zu Bauland machen und Gärten opfern. Eine Bürgerinitiative will darüber eine stadtweite Abstimmung. Nun liegt der Streit vor Gericht. 

Stadt ignoriert 6300 Unterschriften

6300 Bremerhavener haben ein Bürgerbegehren der Initiative „Meergestrüpp“ unterschrieben. Diese Liste hat die Stadt aber wegen eines Formfehlers nicht akzeptiert. Darum hat „Meergestrüpp“ eine Klage im Eilverfahren angestrengt. „Wir rechnen noch im Mai mit dem Urteil“, hofft Initiatorin Marnie Knorr mit ihren Unterstützern, dass doch noch ein stadtweiter Bürgerentscheid über die Bebauungspläne abstimmt.

Stadt fordert Vorschlag zur Deckung der Kosten

Auf Einladung von Radio Bremen haben Bürger und Politiker am Mittwochabend im Treffpunkt „Kogge“ hitzig diskutiert. „Die Stadt musste das Begehren ablehnen, weil die Initiative den vorgeschriebenen Kostendeckungsvorschlag nicht gemacht hat“, erklärte Bremerhavens „First Lady“, Brigitte Lückert.

Ein Video der Diskussion:

Mitgestalten des nicht bebauten Areals

Oberbürgermeister Melf Grantz hat der Initiative nun, unabhängig von den Bebauungsgebieten, vorgeschlagen, die Entwicklung der großen Restfläche mitzugestalten. „Wir müssen das prüfen“, sagt Marnie Knorr.

Wohin mit dem verdrängten Wasser?

Das städtische Konzept hat Lücken, so ein Kritiker der Bebauungspläne. „Es fehlt eine geologische Analyse.“ Im nassen Gebiet an der Gaußstraße nimmt Torf im Boden das Regenwasser auf. Werde dort versiegelt und bebaut, dränge das Wasser rüber ins Eckernfeld und die Siedlung auf den Wohden. „Die haben aber schon jetzt Wasser im Keller.“