Neuer Obermeister der Metall-Innung sagt Fachkräftemangel Kampf an

Die Metall-Innung Bremerhaven-Wesermünde hat einen neuen Obermeister: Felix Huth. Er sieht seine wichtigste Aufgabe darin, etwas gegen den Nachwuchsmangel zu unternehmen, sagt er. Außerdem warnt er vor Billig-Anbietern.

Huth: Schwarze Schafe nutzen gute Auftragslage

Die gute Nachricht: Derzeit profitieren die Firmen vom augenblicklichen Bauboom, meint er. Die Nachfrage gehe dabei quer durch alle Bereiche der Metallbaubranche. Das Problem: Leider ziehe die gute Auftragslage auch schwarze Schafe an, die zu vermeintlichen Schnäppchenpreisen Aufträge ausführen, für die die entsprechenden Qualifikationen fehlen, warnt Huth. Diese werden oft erst im Schadensfall kontrolliert und im Laufe langwieriger Gerichtsverfahren geklärt. Dabei vergessen viele Kunden, dass sie bei der Beauftragung von unqualifizierten Betrieben für die Folgen (wie abstürzende Geländer) haftbar seien, meint er.

Bürojobs klauen den Nachwuchs

Ein weiteres Problem: Die Metallbranche leide unter Nachwuchsmangel. Bürojobs seien gerade voll im Trend und binden laut Huth große Bewerberzahlen an sich, da der Irrglaube herrsche, dass im Büro mehr Geld verdient wird. Diese Vorstellung sei allerdings überholt.

Bezahlung soll besser werden

Es sei sowohl für das Handwerk als auch für die Industrie schwierig, gute Fachkräfte zu finden, die bereit sind, sich auch mal die Hände schmutzig zu machen. Das werde sich zukünftig in der Entlohnung verstärkt positiv bemerkbar machen. „In unserem Betrieb haben wir begonnen, die Ausbildungsvergütung anzugleichen“, sagt Huth. Heißt: Die Metallbau Auszubildenden sollen zukünftig den gleichen Lohn bekommen, wie die Büro-Auszubildenden.

Obermeister: Selbst erschaffene Werke bringen Erfüllung

Alle Betriebe sollten an einem Strang ziehen, damit die Ausbildung im Metallhandwerk wieder ein positives Image bekommt, findet er. Aus eigener Erfahrung könne er berichten, dass es wahnsinnig erfüllend sei, am Ende des Tages auf das erschaffene Werk zurückzublicken. Huth: „Wenn ich an einem Bauwerk vorbeifahre, an dem ich während meiner Lehrzeit mitgewirkt habe, bin ich noch heute stolz auf unsere geleistete Arbeit. Das geht vielen Kollegen genauso.“