Nieminen soll den Adlern die Flügel stutzen

Von Mareike Scheer

Die Fischtown Pinguins marschieren in der Deutschen Eishockey-Liga nach ihrem überragenden Sechs-Punkte-Wochenende bei der Bayern-Tour mit Siegen über Meister München und den Tabellensechsten Augsburg schnurstracks in Richtung Playoffs. Auf dieser Euphoriewelle will die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch am heutigen Mittwochabend (19.30 Uhr) in der Eisarena weiterreiten und im vierten Anlauf endlich auch einen Erfolg gegen die Adler Mannheim verbuchen.

Nach 40 Spieltagen gibt es noch exakt vier Teams, gegen die die Bremerhavener in ihrer Debüt-Spielzeit in der DEL noch kein Erfolgserlebnis feiern konnten. Eines davon stellen die Mannen aus der Quadratestadt. Dazu gesellen sich die Grizzlys aus Wolfsburg, die Düsseldorfer EG und die Schwenninger Wild Wings. Diesen Trend in den verbliebenen zwölf Partien zu durchbrechen, ist die zweite große Herausforderung neben der Absicherung der Playoff-Teilnahme.

Defensive kommt vor Offensive

„Natürlich wollen wir zumindest einen Sieg gegen Mannheim holen. Wir müssen den Schwung aus Bayern mitnehmen, dürfen aber jetzt nicht zu euphorisch agieren und uns Konter einfangen“, erklärt Trainer Thomas Popiesch. „Erst einmal müssen wir wieder defensiv stark stehen und dürfen uns das Leben nicht durch frühe Strafen schwermachen. Im letzten Duell mit Mannheim haben wir auch nicht schlecht gespielt, aber uns nicht belohnt.“ Kapitän Mike Moore und seine Teamkollegen schnupperten vor zwölf Tagen beim 3:4 schon einmal am Sieg, nachdem es am 14. Oktober im Adlerhorst ein 2:4 setzte und am 2. Dezember im ersten Heimspiel gegen die Greifvögel ein 3:5.

Gleiche Aufstellung wie in München

Große Veränderungen, wen wundert es, wird es im Vergleich zum zurückliegenden Sechs-Punkte-Wochenende nicht geben. Thomas Popiesch schenkt der gleichen Aufstellung wie beim 3:1-Erfolg bei Red Bull München sein Vertrauen. Heißt: Im Sturm wird wieder Christoph Körner auflaufen, während David Zucker und Andrew McPherson nur Plätze auf der Tribüne bleiben, und im Tor soll Jani Nieminen mit seinen Reflexen dieses Mal die Adler an den Rand der Verzweiflung treiben. Gegen den München entschärfte der Finne sagenhafte 51 von 52 Schüssen, die die „Brausebullen“ auf ihn abfeuerten.

Revanche für erstes Heimduell

Der 29-Jährige ist aktuell somit in einer super Form – und wird zudem auf Revanche brennen. Im ersten Heim-Duell mit Mannheim kochte der 29-Jährige vor Wut, als er nach 26:31 Minuten beim Stand von 0:4 ausgewechselt wurde. Diese Schmach will ausgebügelt werden, wenngleich seine Herausnahme damals eher ein Weckruf an die Mannschaft war, die ihn mehrfach im Stich gelassen hatte, denn eine Kritik an ihm.

Das gleiche Spielsystem

„Die Spitzenteams wie München und Mannheim unterscheiden sich von ihrem System her nicht großartig. Die Adler stehen in der neutralen Zone vielleicht anders gestaffelt, aber ansonsten sind sie sich sehr ähnlich“, erklärt Popiesch zudem. Und nährt damit die Hoffnung auf ein weiteres Ausrufezeichen seines Teams. Zumal die Stürmer derzeit heißlaufen.

Glückssträhne soll weitergehen

Mit Jack Combs führt schließlich sogar ein Pinguin die Torschützenliste an. „Auch wenn ich mit 21 Treffern der erfolgreichste Torjäger der Liga bin. Ich fühle mich nicht als der beste Stürmer. Ich bin auch nicht der beste Stürmer – ich profitiere von den sehr guten Kollegen in meiner Reihe“, erklärt er jedoch gewohnt bescheiden. Und Jordan George, der gegen München und Augsburg angeschossen und so zum Doppeltorschützen wurde, betont: „Das waren echte Glückstreffer. Das braucht man als Stürmer. Ich stand immer an der richtigen Stelle.“ Bleibt abzuwarten, ob diese Glückssträhne gepaart mit unbändigem Willen weiter anhält.