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Premiere in Bremerhaven: Erste Mutter klagt Kitaplatz ein

Jetzt hat die erste in Bremerhaven lebende Mutter die Stadt wegen eines fehlenden Kitaplatzes verklagt. Carola Koch ist bisher die einzige Mutter aus der Seestadt, die beim Verwaltungsgericht in Bremen Klage eingereicht hat. Das führte schnell zum Erfolg: Das Verfahren wurde eingestellt, weil die Stadt nach Einreichung der Klage kurzfristig einen Kitaplatz zur Verfügung gestellt hat.

Der kleine Eduard bekommt einen Platz

In dem konkreten Fall ging es um einen Kitaplatz für Carola Kochs Sohn Eduard. Seit dem 9. Oktober hat die Stadt dem Dreijährigen einen Platz in der Kindertagesstätte in der Julius-Brecht-Straße zur Verfügung gestellt. „Eine Woche vorher hatte der Kindergarten das noch abgelehnt, weil die Einrichtung angeblich voll sei“, sagt Koch. „Das ist schon kurios.“

In Bremerhaven fehlen 370 Krippen- und Kindergartenplätze

Obwohl die Mutter die erste ist, die einen Kitaplatz einklagen wollte, steht die Alleinerziehende mit dem Problem nicht alleine da: In Bremerhaven fehlen nach Angaben von Magistratssprecher Volker Heigenmooser aktuell etwa 100 Krippenplätze für Kinder unter 3 Jahren. Von den Drei- bis Sechsjährigen können 270 nicht untergebracht werden.

100 neue Kitaplätze durch Übergangslösung

Die Stadt will zunächst mit einer Übergangslösung gegensteuern: Ab Dezember sollen 100 neue Kitaplätze geschaffen werden, indem Horteinrichtungen vormittags genutzt werden. In den nächsten beiden Jahren sollen dann durch fünf Um- und Neubauten 120 Plätze für Kinder unter drei Jahren und 340 Plätze für Kinder über drei Jahren geschaffen werden.

Stadt fürchtet keine weiteren Klagen

Weitere Klagen fürchtet die Stadt nicht. „Wir haben bisher alle Probleme auf friedlichem Wege lösen können“, sagt Heigenmooser. „Wir gehen davon aus, dass das auch weiterhin möglich ist. Ein vernünftiges Gespräch ist immer einer Klage vorzuziehen.“