Prozess Goethestraße: Polizistin berichtet von massiver Gewalt

Vor dem Landgericht Bremen wurde am Montag der Prozess wegen einer Gewalteskalation in der Goethestraße in Bremerhaven-Lehe fortgesetzt. Auslöser war eine Verkehrskontrolle. Jetzt hat eine junge Polizistin ausgesagt.

Gewalt so noch nicht erlebt

Die junge Beamtin hat nach eigenen Angaben oft mit aggressiven Personen zu tun. Aber die Gewalt, die ihr vor einem Jahr bei einer Verkehrskontrolle auf der Goethestraße entgegengeschlagen war, hatte sie noch nicht erlebt.

Durch Pfefferspray verletzt

Die Polizistin vom Revier Lehe schilderte, was sie am 3. Juli 2017 erlebt hatte. Angeklagt sind fünf Geschwister eines Familienclans. Ihnen wird Widerstand gegen Polizeibeamte und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Die Polizistin selbst hat Schürfungen davongetragen, wurde durch Pfefferspray verletzt.

Banaler Auslöser

Der Anlass der Gewaltorgie war banal. Die Polizistin fuhr mit einem Kollegen Streife, als ihnen ein Auto auf der Goethestraße mit zwei Personen entgegenkam. Weil beide weiße Kleidung trugen, habe sie sofort erkannt, dass der Beifahrer nicht angeschnallt war.

Situation eskaliert

Bei der Kontrolle sei der Beifahrer schnell aggressiv geworden. „Wo ist der Beweis“ und „Das kannst du nicht beweisen“, rief er. Die Situation eskalierte schnell. Die hinzugekommene Schwester habe gefilmt, weshalb die Polizistin ihren Ausweis sehen wollte.

Bierflasche zerschlagen

Die Situation wurde immer mehr gewaltsamer. Einer der Angeklagten habe eine Bierflasche zerschlagen und sie bedroht. Sie habe dann Pfefferspray eingesetzt. „Auf offener Straße habe ich so einen aggressiven Gewaltausbruch noch nicht erlebt“, sagte die Polizistin.