„Salznebel“ legt den Bahnverkehr lahm? Das steckt dahinter!

Was ist eigentlich dieser „Salznebel“, der es schafft, Oberleitungen zu blockieren, das Licht flackern zu lassen und einen schmierigen Film auf die Fensterscheiben zu legen? Experten kennen die Antworten.

Sturm bringt Tröpfchen vom Meer zu uns

  • Woher kommt der Salznebel? Am Samstag und Sonntag hat das Orkantief „Herwart“ eine große Strecke übers Meer zurückgelegt. Der leitende Polar-Meteorologe am Alfred-Wegener-Institut, Dr. Christof Lüpkes, erklärt das so: „Der Wind mit Geschwindigkeiten bis zu 120 Kilometern pro Stunde bringt kleinste salzhaltige Tröpfchen aus der Gischt brechender Wellen vom Meer zu uns herüber. Das Wasser verdunstet, die Salzpartikel bleiben.“

Windrichtung und -stärke entscheidend

  • Wieso bildet sich ein solcher Salznebel nicht bei jedem Sturm an der Küste? Für solch ein Phänomen spielen Faktoren wie Windrichtung, Windstärke, Höhe der Wellen und die Menge der Gischt zusammen. Jetzt kam der Sturm aus Windrichtung Nord-Nordwest zu uns, also direkt über die Nordsee. „So starke und so lang anhaltende Stürme aus dieser Richtung haben wir nicht häufig“, erklärt Dr. Michael Theusner, Meteorologe am Klimahaus.

Salznebel stört das Stromnetz

  • Ist die Salzfracht auch Schuld daran, dass es seit Tagen Schwankungen im Stromnetz gibt? Ja, sagt Angela Dittmer von Wesernetz: „Weil Feuchtigkeit und Salz die Leitfähigkeit für Elektrizität erhöhen, kam es vielerorts zu Spannungsüberschlägen und Kurzschlüssen im Hoch- und Mittelspannungsnetz.“ Diese Schwankungen machten sich im Verteilnetz im Stadtgebiet bemerkbar. In den Umspannwerken müssen nun die Isolatoren gereinigt werden. Vereinzelt müsse noch mit Schwankungen in der Stromversorgung gerechnet werden.