Sauna am Kalkofen in Bremerhaven verkommt immer mehr

Die ehemalige Sauna am Kalkofen in Bremerhaven-Lehe vergammelt. Die Fenster sind eingeschlagen, Scherben, Alkoholflaschen, Unrat häufen sich rings um das Gebäude. Für die angrenzenden Kitas ist das ein unhaltbarer Zustand.

Bauordnungsamt ist eingeschaltet

„Wir sehen immer wieder Betrunkene und Junkies dort, wenn wir mit den Kindern vorbeikommen“, sagt eine Kita-Betreuerin. „Wann passiert da mal was mit dem Haus?“ Das Bauordnungsamt hat nun die Eigentümer aufgefordert, die kaputten Fenster zu sichern. Der Zaun auf der Kita-Seite aber sei intakt, heißt es aus dem Amt.

Eigentümer will verkaufen

Eigentümer der Ex-Sauna mit 2480 Quadratmetern Gelände, Schwimmbecken und dem denkmalgeschützten historischen Kalkofen ist ein russischer Unternehmer. Der will das Objekt schon seit vier Jahren verkaufen. „Wir kontrollieren den Zustand regelmäßig“, betont Projektleiterin Galina Bauer und beklagt, „dass dort immer wieder gewaltsam eingebrochen und Müll verstreut wird“.

Das ganze Areal des ehemaligen Saunabetriebs verwahrlost zunehmend. Foto Schwan

Zur Anlage gehört ein Denkmal

Doch es ist endlich ein Ende der Misere in Sicht, sagt sie. „Wir haben einen ernsthaften Kaufinteressenten, der das Ganze gewerblich nutzen will. Wir rechnen in naher Zukunft mit dem Verkauf.“ Der Kalkofen wird dann mit verkauft.

Der historisch bedeutsame Kalkofen, Baujahr 1850, ist zuletzt 2013 von den ehemaligen Besitzern saniert worden. Foto Schwan

Kalköfen haben einst Muschelkalk gebrannt

Das seltene technische Denkmal ist zuletzt 2013 saniert worden. Gebaut worden ist der bienenkorbförmige Ofen 1850. Hier wurden Muscheln und Schneckenhäuser aus der Weser zu Kalkmehl für die Bauindustrie gebrannt. Der Kalkofen ist 1870 außer Betrieb gegangen.

Einst brüteten alljährlich Störche auf dem erkalteten Schlot - wie das Bild um 1950 zeigt. Foto privat