Schutzbund: Tiere nicht zu Weihnachten verschenken

Weich, weiß, wuschelig – ohne Zweifel hätte Lale im Wettstreit um das herzigste Präsent zu Weihnachten die Nase vorn. Doch dieses Schicksal bleibt dem Hund der Bremerhavener Tierheimleiterin Amelie Bensch erspart. Die lehnt das Verschenken von Tieren zur Weihnacht ab. Denn: Tiere bedeuten eine Menge Verantwortung und haben ein Recht darauf, dass ihre Bedürfnisse gesehen und erfüllt werden.  

„Tiere sind fühlende Lebewesen“

Eine niedliche kleine Katze, die womöglich mit einem Glöckchen um den Hals unter dem Tannenbaum auf einen neuen Besitzer wartet, Meerschweinchen, Kaninchen, Hunde mit putziger Weihnachtsmütze als Geschenk? Für manch einen mag diese Vorstellung der Inbegriff von emotionalem Schenken bedeuten. Diejenigen, die tatsächlich ein Herz für Tiere haben, sehen das differenzierter: „Tiere sind fühlende Lebewesen. Sie können wie wir Menschen auch Schmerzen fühlen. Wenn man sich dazu entschließt, ein Tier zu halten, sollte man ganz genau überlegen, welches Tier zu einem passt. Und sich beraten lassen“, sagt Nadine Bruns, Pflegeleiterin im Tierheim.

Effekthascherei ist zu Weihnachten nicht angebracht

Effekthascherei am Weihnachtsabend ist da also nicht die angemessene Motivation. Erfahrungsgemäß endeten diese Aktionen damit, dass unliebsam gewordene und vielleicht doch unpassende Tiere in den Folgemonaten ausgesetzt oder im Tierheim abgegeben würden. Aber: „So etwas kommt insgesamt seltener vor, als das noch vor einigen Jahren der Fall war“, weiß Bruns. „Ich glaube, das liegt vor allem auch mit daran, dass das Problem immer mal wieder in den sozialen Medien diskutiert wird. Dort sind Tierrechte oft ein Thema“, sagt sie. „Vermutlich führt das dazu, dass die Menschen bewusster mit der Verantwortung umgehen, die der Besitz eines Tieres bedeutet.“

Vermittlungsstopp im Tierheim

Dennoch: Damit keinem der Tiere im Tierheim das Schicksal droht, ein künftig aussortiertes Weihnachtspräsent zu werden, gilt dort ein temporärer Vermittlungsstopp. „In der Zeit vom 17. Dezember, bis zum 2. Januar, vermitteln wir keine Tiere“, betont Nadine Bruns. „Damit stoßen wir auf viel Zuspruch und Verständnis. Wenn uns Leute anrufen, die gerne ein Tier möchten, erklären wir die Hintergründe“, so die Tierpflegerin. „Tiere sind nicht nur niedlich, sie machen auch Arbeit, kosten Geld. Darüber muss man sich im Klaren sein. Doch das ist beileibe nicht immer so.“

Tierpatenschaften als bessere Alternative

Das Tierheim Bremerhaven vermittelt bis zum 2. Januar keine Tiere, um zu vermeiden, dass Tiere als Präsente einem ungewissen Schicksal ausgeliefert werden. Wer Tierfreunden dennoch etwas Besonderes zu Weihnachten schenken möchte, dem bietet das Tierheim alternativ die Möglichkeit an, Tierpatenschaften zu verschenken. Ebenso gibt es Mitgliedschaften im Tierschutzverein. Nähere Auskünfte sind unter Tel. 0471/83257 erhältlich.