Speckenbüttel: Ein Bahnhof auf dem Abstellgleis

Am 24. September 1988 um 18.38 Uhr fuhr der letzte Zug im Bahnhof Speckenbüttel in Bremerhaven ab. „Es war ein Nahverkehrszug nach Cuxhaven“, erinnert sich Jens Volkmann vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). Jetzt werden die Rufe nach einer Reaktivierung des Bahnhofs immer lauter.

„Eine optimale Verknüpfung mit dem ÖPNV im Bremerhavener Norden, deutlich verkürzte Anmarschwege für Fußgänger und Radfahrer“, nennt Volkmann die Vorteile. Der VCD fordere die rechtzeitige Reaktivierung zum Dezember 2022. Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) hatte jedoch eine entsprechende Untersuchung abgelehnt: „Der Magistrat untersucht das nicht, solange es keinen anders lautenden Beschluss gibt.“

FDP: Speckenbüttel ist eine gute Option

Das will die FDP nicht so hinnehmen: Speckenbüttel sei eine gute Option, um den Norden der Seestadt verkehrlich sinnvoll anzubinden – und auch die angrenzende Stadt Geestland werde davon profitieren, ist Hilz überzeugt. Die FDP bleibe am Ball und habe das Thema in den Wahlkampf aufgenommen. Immerhin werde im Mai 2019 die neue Bürgerschaft gewählt.

Auch die Grünen wollen das Thema im Wahlkampf aufgreifen, bestätigt Claudius Kaminiarz, verkehrspolitischer Sprecher der Partei: „Die Reaktivierung ist eine gute Idee für den Stadtnorden.“ In dieser Legislaturperiode werde die Reaktivierung sicher nichts mehr, meint Thorsten Raschen, Fraktionsvorsitzender der CDU. Er steht den Plänen grundsätzlich positiv gegenüber, „wenn das Land bezahlt und es auch Sinn macht“.

SPD: Reaktivierung „eher in weiter Ferne“

Er gibt allerdings zu bedenken, dass auf der Strecke auch der Güterverkehr aus dem Hafen laufe. Das ist für Sönke Allers (SPD) einer der Hauptpunkte gegen eine Reaktivierung. „Da gibt es nur zwei Gleise für den gesamten Bahnverkehr. Schon alleine der Bau des Haltepunktes würde zu erheblichen Beeinträchtigungen im Schienenverkehr führen.“ Er sieht die Reaktivierung von Speckenbüttel „eher in weiter Ferne“.

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