Polizei will Bremerhavener Synagoge besser schützen

Ein großes schwarzes Hakenkreuz an der Mauer der Synagoge: Jüdische Gemeinde, Stadt und Polizei sind fassunglos. „Es ist kein Grafitti, sondern ein Angriff auf ein Gotteshaus“, betont Elvira Noah, „ein Symbol dafür, dass jüdisches Leben vernichtet werden soll.“ Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde im Land Bremen fordert die Stadt Bremerhaven auf, die Synagoge und das jüdische Gemeindeleben umgehend abzusichern. „Mit Kamera und einem Zaun, so schlimm das ist.“ Polizei und Stadt tüfteln jetzt an einem Sicherheitskonzept.

Verletzung der Offenheit und religiösen Freiheit

Während Polizei und Staatsschutz noch ermitteln, wer in der Nacht zu Dienstag das etwa 50 Zentimeter große Nazi-Symbol, wenn auch seitenverkehrt, an die hintere Wand der Synagoge gemalt hat, versichert am Freitagmorgen Kulturstadtrat Michael Frost: „Eine Videokamera ist ein Anfang, vor einem Zaun haben wir Hemmungen. Wir waren bisher stolz darauf, mitten in der Stadt eine Synagoge zu haben, die keines Schutzes bedurfte, ein Zeichen war von Offenheit und religiöser Freiheit in unserer Stadt.“

Polizei sichert künftige Veranstaltungen

Doch die Stadt werde „alles tun, um das jüdische Leben zu schützen“, versichert auch Bürgermeister Paul Bödeker. Polizeichef Harry Götze sichert zu, „dass wir ab sofort Synagoge und Jüdischen Friedhof besonders bestreifen, in Uniform und zivil.“ Außerdem werde jede Veranstaltung der jüdischen Gemeinde künftig polizeilich begleitet.

Muslime zeigen Solidarität

Auch muslimische Gemeinden reagieren entsetzt auf die Farbattacke. Zur Begegnung mit Landesrabbiner Netanel Teitelbaum, Elvira Noah und der Stadt am Freitag versichert Vahit Bilmez vom Vorstand der Islamischen Föderation im Land Bremen, „der jüdischen Gemeinde unsere volle Unterstützung.“ Die muslimischen Gemeinden haben inzwischen selbst Zäune errichtet, „denn in Bremen und  im Bremerhavener Fischereihafen wurden unsere Fatih-Moscheen attackiert“, so Bilmez.

Bewusst keine Bilder des Nazi-Symbols

Das Hakenkreuzgeschmiere im Bild zu zeigen, lehnen alle einmütig ab. „Wir wollen keine Nachahmer provozieren“, betont Stadtrat Frost. Die Stadt hatte die Synagogenwand schon am Mittwoch komplett überstreichen lassen.  Die Bestürzung sei um so größer, so Rabbi Teitelbaum, „als unlängst auch der Synagogen-Gedenkstein an der Schulstraße mit einem Hammer beschädigt worden ist. “ Der Stein ist umgehend restauriert worden.