Heikles Manöver um die Mittagszeit

Eigentlich soll die Kaiserschleuse den Hafen vor den schwankenden Wasserständen der Weser abschirmen. Am Montag jedoch öffneten die Techniker der Hafengesellschaft Bremerports alle Tore und ließen das Weserwasser frei in den Hafen schwappen. Sie wollten damit testen, ob auch übergroße Schiffe durch die Schleuse passen.

Hafen könnte leerlaufen

„Das ist immer ein etwas heikles Manöver“, sagt Henry Behrends, Chef der Hafenunterhaltung bei Bremenports. Denn wenn beide Schleusentore gleichzeitig geöffnet sind, ist der Hafen den Einflüssen der Tide schutzlos ausgeliefert. Klemmen also mit Einsetzen der Ebbe die Tore beim Schließen der Schleuse, könnte der Hafen leerlaufen – mit katastrophalen Folgen für Schiffe und Kajen.

Test für Dockschleusung

„Dockschleusung“ nennt sich das Manöver. Es ist immer dann nötig, wenn ein Schiff in den Hafen will, das länger ist als die Schleusenkammer. „Bei der Kaiserschleuse hatten wir diesen Fall noch nicht, aber die Schleuse ist im Prinzip dafür vorgesehen“, erklärt Behrends.
So ist zum Beispiel seit Jahren von einem Großdock im Kaiserhafen die Rede, das für Reparatur- oder Umbauarbeiten an XXL-Schiffen verwendet werden könnte. Die Schleusenkammer ist 305 Meter lang – was für manche Kunden des Großdocks nicht reichen dürfte. Diese Schiffe könnten dann nur per Dockschleusung in den Hafen bugsiert werden.