Prozess Goethestraße: Polizist schildert Gewaltorgie

Am vierten Prozesstag gegen die fünf beschuldigten Geschwister der Familie S., die am 3. Juli vergangenen Jahres nach eine Verkehrskontrolle in Bremerhaven-Lehe auf mehrere Polizisten eingeprügelt haben sollen, hat ein junger Polizist seine Erlebnisse von dem Vorfall geschildert.

1. Tag im Praktikum

Der Polizeibeamte kam gerade von der Hochschule und absolvierte den ersten Tag eines Praktikums im Polizeirevier Lehe, als er in die Gewaltorgie eines libanesischen Familienclans gegen mehrere Polizisten in der Goethestraße geriet. Der 21-jährige Polizist, der am Montag als Zeuge vernommen wird, trug eine Kieferprellung davon.

Ungewöhnlich aggressiv

Er hatte verhindert, dass einer der Beschuldigten in der Auseinandersetzung einem anderen Polizisten Schlagstock und Pfefferspray vom Gürtel reißen konnte. Der junge Polizist kam als Verstärkung zum Einsatz an der Goethestraße in Begleitung von zwei erfahrenen Kollegen. Auch er schildert das ungewöhnlich aggressive Verhalten der Geschwister gegenüber den Beamten. Das endete nicht einmal nach der Festnahme. „Man sieht sich zweimal im Leben, mal sehen, ob ihr ohne Uniform auch so drauf seid“, zitiert der Polizist Äußerungen von Khodor S..

Verteidiger zweifelt

Die Verteidiger der Angeklagten versuchen im Prozess, die Glaubwürdigkeit des Beamten in Zweifel zu ziehen, weil ihm nach dem Vorfall eine falsche Zuordnung der Angeklagten unterlaufen war.