Stalking: Weißer Ring beklagt steigende Zahl von Opfern

Immer mehr Menschen suchen nach Angaben des Weißen Rings Rat, weil sie Opfer von Stalking geworden sind. Roswitha Müller-Piepenkötter, Bundesvorsitzende des Weißen Rings,  sagte: „Vor 40 Jahren hatten wir es vor allem mit Körperverletzung und Raub zu tun. Heute geht es in erster Linie um psychische Gewalt wie Stalking.“

80 Prozent der Stalker sind Männer

Jeder zehnte Deutsche wird nach Angaben des Weißen Rings mindestens einmal im Leben gestalkt. Die Kriminalitätsstatistik zählte 2014 rund 22.000 Fälle. Die Täter sind zu 80 Prozent männlich, bei etwa einem Drittel der Opfer ist der Ex-Partner tatverdächtig.

Justizminister will Opfer von Stalking besser schützen

Ein Gesetzentwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sieht vor, dass Stalking-Opfer künftig besser geschützt und Täter leichter bestraft werden. Müller-Piepenkötter fordert mehr. Sie kritisiert, dass Opfer psychisch erlittener Straftaten keine Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz bekommen. Diesem Gesetz zufolge muss ein „tätlicher Angriff“ vorliegen. Nachstellungen allein reichen nicht aus. Müller-Piepenkötter verlangt: „Auch Stalking-Opfer müssen finanziellen Ausgleich bekommen, etwa für Therapien.“

Weißer Ring macht sich für Kriminalitätsopfer stark

Der Weiße Ring besteht seit 40 Jahren. Seit 1991 macht der Opferhilfeverein zum Tag der Kriminalitätsopfer am 22. März auf die Situation von Menschen aufmerksam, die Kriminalität und Gewalt erfahren haben und nun auf Schutz und Hilfe angewiesen sind.