Winterbekleidung: Kunstpelz entpuppt sich nicht selten als Mogelpackung

In der kalten Jahreszeit sind sie überall zu sehen: Fell-Stücke an Kapuzen und auf Mützen. Aus Tierliebe wählen viele Menschen Kunstpelz – ohne zu ahnen, dass sie statt Polyester doch echten Pelz tragen. Dr. Annabel Oelmann, Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen, rät dazu, beim Einkauf genau hinzusehen. Der Tierschutzverein Bremerhaven positioniert sich ganz klar gegen das Tragen von Tierfellen. „Es ist absolut nicht notwendig und auch nicht zeitgemäß, Tierfelle als Kleidung zu verwenden“, betont Amelie Bensch vom Tierschutzverein. 

Tests zeigten allerdings immer wieder, dass bei Kleidungsstücken mit Fellbesatz, diese verdächtig erscheinen, sagt Oelmann. Im Etikett gab es keinen Hinweis darauf, dass es echter Pelz sein könnte. Das Ergebnis: Statt Polyester handelte es sich in vielen Fällen um echtes Fell von Kaninchen und um „hundeähnliche“ Pelze. „Die Herstellung von Kunstpelz ist aufwendiger und teurer als die dieser Pelze“, erläutert Oelmann. Vor allem Felle von Marderhunden werden sehr billig auf dem Markt angeboten. „Die Label-Tricksereien haben für Händler und Hersteller kaum Folgen.“

Tierfell wird mit Haut verarbeitet

Wer sicher gehen wolle, mache den Stufen-Test: Sehen, Pusten, Berühren. Auseinanderziehen: Tierfell wird mitsamt der Haut verarbeitet. „Kommt beim Auseinanderziehen der Haare am Ansatz Leder zum Vorschein, handelt es sich um echtes Fell“, sagt Oelmann. Bei Kunstpelz hingegen ist eine gewebte Textilschicht zu sehen.

Im SONNTAGSjOURNAL der NORDSEE-ZEITUNG verrät Oelmann morgen im Interview, was Verbraucher, die auf keinen Fall echte Pelze haben möchten, noch tun können.