Zuhälterei in Bremerhaven: Bewährungsstrafen für Mutter und Sohn

Nach 43 Prozesstagen und der Anhörung von 20 Zeugen fiel nach 18 Monaten das Urteil: Wegen Zuhälterei verurteilte das Landgericht Bremen am Freitag Mutter und Sohn zu Bewährungsstrafen. Abgespielt haben sich die Taten in der Lessingstraße in Bremerhaven. 

Zuhälterei und Körperverletzung

Die 40 Jahre alte Frau erhielt wegen Zuhälterei, Bedrohung und des versuchten Erwerbs einer Waffe zwei Jahre Haft auf Bewährung. Ihren 24 Jahre alten Sohn verurteilten die Richter wegen Zuhälterei und Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten. Beide saßen zuvor 15 Monate in Untersuchungshaft.

Anzeige einer Prostituierten

Die seltene Anzeige einer Prostituierten war die Basis für den Mammutprozess am Landgericht. Weil die nach Angaben des Richters an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidende Frau zum Teil gelogen habe, habe der zusätzliche Vorwurf der Vergewaltigung gegenüber dem 24 Jahre alten Angeklagten nicht bewiesen werden können. Allerdings hätten Mutter und Sohn die junge Frau und eine weitere Prostituierte ausgebeutet und dirigiert, um sich selbst zu bereichern.

Staatsanwalt fordert höhere Strafe

Die Verteidiger hatten Freispruch gefordert und äußerten sich noch nicht, ob sie in Revision gehen. Für die 40 Jahre alte Frau hatte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren gefordert, für den Sohn eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten.

Denise von der Ahé

Denise von der Ahé

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Redakteurin/Korrespondentin im Bremer Büro der NORDSEE-ZEITUNG. Kam nach Stationen bei der Saarbrücker Zeitung und der Braunschweiger Zeitung immer weiter Richtung Norden. Sie berichtet aus Bremen über alles, was dort entschieden wird und für Bremerhaven spannend und wichtig ist.