200.000 Euro in Kneipe verprasst: Keine Stütze für Alkoholiker

Wer ein Erbe von 200.000 Euro binnen zwei Jahren in der Kneipe verprasst, hat nach Urteil des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen danach keinen Anspruch auf Sozialleistungen. Ein 51-Jähriger aus Emden hat dies nun zu spüren bekommen.

„Sozialwidriges Verhalten“

Ein solches Ausgabeverhalten sei grob fahrlässig und in hohem Maße zu missbilligen, befand das Gericht in einem am Montag veröffentlichten Urteil. Da der Kläger eine Erwerbstätigkeit nicht beabsichtigte, hätte ihm klar sein müssen, dass er mit seinem sozialwidrigen Verhalten in kurzer Zeit wieder auf staatliche Leistungen angewiesen sein würde.

60.000 Euro verschenkt

Der 51-jährige Hartz-IV-Empfänger hatte nach dem Tod seines Onkels Immobilien im Wert von 120.000 Euro sowie Geld- und Wertpapiervermögen von 80.000 Euro geerbt. Dass das Erbe bereits zwei Jahre später aufgebraucht war, begründete der Mann mit einer vermeintlichen Alkoholerkrankung und damit, dass er den Großteil des Tages in Gaststätten verbracht habe. Freimütig räumte er ein, das Erbe „ausgegeben und vertrunken“ zu haben. Allein 60.000 Euro habe er verschenkt um zu gefallen. (lni)