Eier, Milch und Dauerwelle im Hofladen

Hofläden gibt es viele. Doch in Ringstedt gibt es einen, da gibt es nicht nur Kartoffeln und Co., sondern da ist auch gleich ein Friseur vor Ort. Besser gesagt: eine Friseurin. Ute Müller, Ehefrau des Hofladenbetreibers Helmut Müller, sorgt hier für neue Haarschnitte.

Hofladen der besonderen Art

Wie viele Orte auf dem Land hat sich Ringstedt in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Früher gab es vier Kneipen, drei Kaufleute, zwei Tankstellen, Schuster, Schmied und Bäcker. Heute gibt es noch einen Lebensmittelladen, einen Bäcker und ein Café. Ein Einwohner sorgt allerdings schon seit Jahren dafür, dass gewisse Grundnahrungsmittel sogar am Wochenende zu haben sind. Das ist Helmut Müller mit seinem Hofladen der besonderen Art.

Sortiment ist im Blockhaus untergebracht

„Ich hab damals zu meiner Frau gesagt, ich möchte etwas aus der Region verkaufen, bei dem ich weiß wo es herkommt.“ So entstand, sehr versteckt in einer kleinen Siedlung abseits des Dorfes gelegen, diese Mini-Einkaufstätte, die Helmut Müller nebenberuflich betreibt, und die sonnabends und sonntags ab 8 Uhr geöffnet ist. Das Sortiment des Hofladens ist in einem kleinen Blockhaus untergebracht. Es gibt Kartoffeln, Eier, frische Brötchen, Obst und Gemüse sowie ein kleines Sortiment an Artikeln aus der Kühlung, wie Milch und Joghurt.

Vor 16 Jahren im eigenen Haus selbstständig gemacht

Aber vor allem ein Umstand zeichnet „Helmuts Hofladen“ ganz besonders aus: In einem voll eingerichteten Friseursalon können sich die Kunden von Helmuts Ehefrau Ute die Haare schneiden lassen. Die Friseurmeisterin bietet das volle Programm an, ob es um Damen, Herren oder Kinder geht. Die Kunden melden sich zumeist vorher an, aber auch ein spontaner Haarschnitt ist möglich. Ute Müller hat sich schon vor 16 Jahren im eigenen Haus selbständig gemacht. „Das ergänzte sich gut mit unseren damals noch kleinen Kindern“, erzählt sie.

Frische Eier von freilaufenden Hühnern

Im Hofladen sorgt Dennis Wolff-von der Lieth aus Elmlohe dafür, dass es immer frische Eier von freilaufenden Hühnern oder aus Bodenhaltung gibt. „Regionale Produkte werden immer mehr nachgefragt. Die Kunden können auf unserem Hof zusehen, wie die Hühner gehalten werden. Nichts ist anonym. Gerade für Leute, die nicht mehr so mobil sind, bieten die Hofläden eine schnell erreichbare Einkaufsmöglichkeit“, sagt er. Eier aus Freilandhaltung erkenne man daran, dass das Eigelb zumeist eine nicht so kräftige Farbe habe. „Ein wichtiger Grund, vor Ort einzukaufen, ist ja schon mal, dass dieses Angebot erhalten bleibt. Die Wertschöpfung bleibt hier und die Umwelt wird geschont. Zudem möchte jeder einen Arbeitsplatz in der Nähe haben“, meint Helmut Müller.

Zwei Sorten Kartoffeln im Angebot

Auch Kartoffellieferant Peter Wittschieben-Kück ist der gleichen Meinung. In seinem Betrieb gibt es noch Milchviehhaltung, Getreide- und Kartoffelanbau gleichzeitig. In der Herbst- und Wintersaison habe man die Kartoffelsorte Belana im Angebot. „Die ist gelb und festkochend und auch sehr lagerfähig. Im Frühjahr ist dann Leyla gefragt“, erläutert er.

Frische Brötchen per Fahrrad holen

Martin Blanck aus Lintig liefert die frischen Brötchen. „Die Ringstedter sind froh, dass sie hier mit dem Fahrrad mal eben hinfahren können und frische Brötchen am Wochenende bekommen. Mit dem Rad Brötchen holen ist eine andere Qualität, als wenn man mit dem Auto zehn Kilometer fahren muss. Das schont die Umwelt und ist kostengünstiger“, so Blanck.