Florian weiß, was er will – Traumberuf: Schäfer

Florian wäre die ideale Besetzung für den „Geissenpeter“ in einer „Heidi“-Verfilmung. Blond, Sommersprossen, Filzhut und vor allem, er weiß wovon er redet. Der Elfjährige ist sich schon seit Jahren sicher, dass er später mal als Schäfer arbeiten möchte. Ach, was heißt später? Schon jetzt verbringt der Junge aus Hamburg fast jeden Samstag mit den Heidschnucken und Ziegen in der Fischbeker Heide im Südwesten Hamburgs.

Die Luft vibriert vor lauter Mähh

Aufruhr im Schafstall im Hamburger Stadtteil Neugraben-Fischbek. Die Heidschnucken werden geschoren, die Luft vibriert vor lauter Mähhh und aufgeregtem Blöken. Henrik ist dagegen ganz gelassen. „Henrik ist im März zwei geworden“, berichtet Florian und füttert den braunen Ziegenbock mit Möhren.

Beim Brötchenholen am Schafsstall vorbei

Und wie hat alles angefangen? „Als ich ganz klein war, hat mich mein Vater oft im Buggy zum Brötchenholen mitgenommen, und dann sind wir immer beim Schafstall vorbeigekommen“, sagt Florian und grinst. „Ich bin dann mit den Schafen mitgegangen.“

Manche Tiere lassen sich nur von ihm streicheln.
Manche Tiere lassen sich nur von ihm streicheln. Foto: Bockwoldt/dpa

„Die Tiere verstehen mich“

Er habe ein besonderes Verhältnis zu Tieren, ist Florian überzeugt. „Die Tiere verstehen mich irgendwie, so wie meine Katze. Die Schnucken kommen zu mir und wollen gekrault werden. Und einige lassen sich nur von mir kraulen.“

Eltern sind überrascht von der Begeisterung ihres Sohnes

Florians Eltern sind selbst etwas überrascht von der Leidenschaft ihres Sohnes. „Wir sind schon erstaunt, dass die Begeisterung schon so lange anhält“, sagt die Mutter Nicole. Florians Vater Bernd ist Daten-Informationstechniker. „Büro? Das möchte ich auf keinen Fall machen“, sagt Florian dazu.

Florian kennt das Geschäft genau

Vier Jahre ist Florian jetzt intensiv dabei, kennt die Heidschnucken, die Ziegen und auch das Geschäft. „Er hat schon viel erlebt, zum Beispiel dass ein Lämmchen unterwegs geboren wird, und dann hat er es vor der Brust nach Hause in den Stall getragen. Aber er hat auch verstanden, dass das ein Wirtschaftsunternehmen ist“, sagt die Mutter.

Er will eine Ausbildung zum Tierwirt machen

Florian will später auf eine Berufsfachschule gehen und eine Ausbildung zum Tierwirt mit der Fachrichtung Schäferei machen. „Ich kenne Florian, seit er zwei war“, erinnert sich die Schäferin Ute Pelka. „Er hat wirklich Lust dazu und auch ein Händchen für Tiere.“ (dpa)