„Gorch Fock“: Rechnungshof erhebt Vorwürfe gegen Bundeswehr

Für die explodierenden Kosten bei der Reparatur der „Gorch Fock“ macht der Bundesrechnungshof einem Medienbericht zufolge schwere Versäumnisse bei Bundeswehr und Verteidigungsministerium verantwortlich.

„Nicht richtig geplant“

In einem vertraulichen Bericht von Anfang Januar rügt die Behörde, dass die Instandsetzung des Schiffs von Beginn an nicht richtig geplant worden sei, da die Schäden am Rumpf nie korrekt und umfänglich untersucht und bewertet wurden, wie der „Spiegel“ berichtet. So seien über Jahre zu niedrige Schätzungen über die Kosten der Reparatur entstanden.

Wäre ein Neubau günstiger?

Die Prüfer kritisierten, die zuständigen Stellen hätten „aus den vorliegenden Informationen nicht die notwendigen Konsequenzen gezogen“, wie der „Spiegel“ schreibt. Zudem hätte die Bundeswehr „vor Beginn der Instandhaltungsmaßnahme keine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung“ durchgeführt. Es sei nie ernsthaft ausgelotet worden, ob der Bau eines neuen Schiffs günstiger als die Reparatur gewesen wäre.

„Gorch Fock“ liegt in Bremerhaven

Der 1958 gebaute Dreimaster wird seit 2016 überholt. Ursprünglich mit zehn Millionen Euro veranschlagt, werden die Kosten mittlerweile auf 135 Millionen Euro beziffert. Das Schiff liegt im Auftrag der Elsflether Werft in Bremerhaven im Bredo-Dock. (dpa)