Hamburg: Erneuter Schlag zur Bekämpfung der organisierten Schleusungskriminalität

Die Bundespolizei Hamburg hat am heutigen Donnerstag einen Haftbefehl und fünf Durchsuchungsbeschlüsse in Hamburg vollstreckt. Am Einsatz waren 100 Beamte beteiligt. Unterstützt wurden sie von mehreren Einsatzzügen der Bundesbereitschaftspolizei Ratzeburg. 

Verdacht auf Einschleusung

Der Einsatz richtete sich gegen eine deutsch-ghanaische Tätergruppierung. Es besteht der Verdacht der gewerbsmäßigen Einschleusung von Ausländern nach Deutschland, gewerbsmäßiger Hehlerei, Urkundenfälschung, Verschaffen falscher amtlicher Ausweise und Ausweismissbrauch.

Gefälschte Dokumente

Die Beschuldigten sind deutscher und ghanaischer Staatsangehörigkeit. Ihnen wird vorgeworfen, hauptsächlich ghanaische Staatsangehörige per Luftweg aus Ghana nach Deutschland eingeschleust zu haben. Sie fälschten dafür Reisepässe und Aufenthaltstitel und gaben den Eingeschleusten damit eine neue Identität. Die Schleuser verlangten dafür bis zu 9000 Euro.

Arbeit als „Pastor“

Die Ermittlungen zu dem Fall laufen seit 2017. Von August 2018 bis April 2019 wurden bereits drei Durchsuchungen durchgeführt. Der Hauptbeschuldigte Deutsche ghanaischer Herkunft, der am heutigen Donnerstag festgenommen wurde, arbeitete zunächst als „Pastor“ in einer christlichen Glaubensgemeinschaft in Hamburg. Er gründete eine neue religiöse Glaubensgemeinschaft in Hamburg, welche als Treffpunkt und Anlaufstelle für Auftraggeber von Schleusungen genutzt wurde.

Unterlagen sichergestellt

Bei der Durchsuchung wurden mehrere Personen angetroffen und erkennungsdienstliche Behandlungen durchgeführt. Die weiteren Ermittlungen hierzu dauern an. Es wurden mehrere Beweismittel wie Laptops, Handys und diverse Unterlagen sichergestellt.