Högel-Vorgesetzte: Anklage nur teilweise zugelassen

Die von der Oldenburger Staatsanwaltschaft im September erhobene Anklage gegen fünf ehemalige Vorgesetzte des Patientenmörders Niels Högel dürfte allenfalls in Teilen zugelassen werden. Das teilte das zuständige Landgericht Oldenburg am Freitag in einer vorläufigen rechtlichen Bewertung der Anklage mit.

Der Vorwurf

Dabei gehe es allein um Todesfälle im Klinikum Oldenburg. Als Tatvorwurf kommt der Mitteilung zufolge Beihilfe durch Unterlassen zum Totschlag in Frage. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeschuldigten dagegen Unterlassen zum Totschlag und nicht nur Beihilfe dazu vor. Fraglich ist, ob die Vorwürfe der Anklage im Zusammenhang mit Todesfällen am Klinikum Delmenhorst überhaupt zur Hauptverhandlung zugelassen werden. In der Anklageschrift geht es um drei Todesfälle in Oldenburg und 60 in Delmenhorst.

Stellungnahme bis Ende Januar

Unter den Angeschuldigten ist der frühere Geschäftsführer des Klinikums Oldenburg. Die Verfahrensbeteiligten haben laut Gericht noch bis Ende Januar 2020 Gelegenheit zur Stellungnahme, bevor die Schwurgerichtskammer über die Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung entscheidet. Högel war Anfang Juni vom Landgericht Oldenburg wegen Mordes in 85 Fällen verurteilt worden. In 15 Fällen wurde er aus Mangel an Beweisen freigesprochen. (lni)