Ich kann keine Schlaglöcher mehr sehen! #isso

Autofahren auf dem Land macht Spaß. Theoretisch. Wären da nicht diese blöden Schlaglöcher. Dazu unzählige Risse, Bodenwellen und Flickstellen. Unsere kaputten Straßen rauben mir den letzten Nerv!

Der reinste Hindernisparcours

In meinem Dorf in der Wesermarsch kenne ich jeden Stein. Jedes Haus. Und: jedes Schlagloch. Die Straße am Deich ist voll davon. Autofahrer cruisen in Schlangenlinien durchs Dorf. Um Schlaglöchern auszuweichen und die Stoßdämpfer zu schonen. Der reinste Hindernisparcours!

Viele fahren Schlangenlinien

Wenn keine anderen Autos unterwegs sind, geht diese Taktik auf. Doch wenn zwei Autos in Schlangenlinien aufeinander zukommen, wird es gefährlich. So gefährlich, dass mancher auch schon mal auf den kleinen Grünstreifen ausweicht. Und dabei fast im Graben landet.

Wie eine Mondlandschaft

Und nach jedem Winter wird es schlimmer. Weil sich Väterchen Frost in den Straßen verbeißt und sie in eine Mondlandschaft verwandelt. Das juckt die Autofahrer aber wenig. Sie brettern trotzdem im Affenzahn über den Asphalt. Nach dem Motto: neues Schlagloch – neue Herausforderung!

Ich gehe vom Gas

Ich löse das Problem anders: Ich gehe vom Gas und rolle über die aufgerissene Straße. Oder fahre den Umweg über die etwas weniger aufgerissene Bundesstraße. Im Sinne der Umwelt ist das nicht. Dafür schone ich so das Fahrwerk meines Autos und meine Nerven.

Schlecht für die Wirtschaft

Das Problem ist bekannt: In Deutschland wird weniger gebaut und saniert, als der Zahn der Zeit vernichtet. Das ist schlecht für die Autofahrer, schlecht für die Wirtschaft sowieso. Und schlecht für meine Laune, die inzwischen so weit im Keller ist, dass sie mich zu diesem Text veranlasst hat.

Merlin Hinkelmann

Merlin Hinkelmann

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Merlin Hinkelmann, Jahrgang 1995, ist in der Wesermarsch aufgewachsen. Er studierte Kommunikations- und Politikwissenschaft in Bremen. Seit September 2017 volontiert er bei der NORDSEE-ZEITUNG.