Jüdische Gemeinden und Katholiken gegen Reformationstag als Feiertag

Einen zusätzlichen Feiertag in Niedersachsen wollen viele, aber welcher es sein soll, darüber gibt es Streit. Jüdische Gemeinden und die Katholiken kritisieren nun den Vorschlag des Reformationstags. Es gibt schon andere Ideen.

„Untragbare Entscheidung“

Die Jüdischen Gemeinden und die katholischen Bistümer in Niedersachsen haben sich gegen den Reformationstag als zusätzlichen Feiertag ausgesprochen. In einem Brief an die Abgeordneten des Landtags schrieb der Präsident der Jüdischen Gemeinden, Michael Fürst, dass er eine solche Entscheidung für nicht nur fehlerhaft, sondern für untragbar halte. Fürst wies auf antisemitische Ausfälle des Reformators Martin Luther hin.

Katholiken schlagen Buß- und Bettag vor

Prälat Felix Bernard kritisierte in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ für die katholischen Bistümer: „Die Diskussion wird im Augenblick geführt, ohne dass ein ernsthaftes Gespräch mit den Religionsgemeinschaften stattgefunden hat.“ Mit dem Buß- und Bettag dagegen könnten alle Religionen etwas anfangen.

Gespräche zum Feiertag

Ministerpräsident Stephan Weil hatte Ende 2017 gesagt, dass aus seiner persönlichen Sicht der Reformationstag als neuer Feiertag infrage kommt. Die Landesregierung wolle aber noch mit anderen reden und sich deren Meinung anhören. Dies seien die christlichen Kirchen, andere Religionsgemeinschaften, die Wirtschaft und die Oppositionsparteien.

Noch keine Entscheidung gefallen

Hannovers Landesbischof Ralf Meister begrüßte die Initiative, den Reformationstag am 31. Oktober zum Feiertag zu machen. Auch der CDU-Landesvorsitzende, Wirtschaftsminister Bernd Althusmann, hatte sich für den Reformationstag als zusätzlichen Feiertag in Niedersachsen ausgesprochen. Die Staatskanzlei bekräftigte am Freitag, dass noch keine Entscheidung gefallen sei. Zunächst sollten noch Gespräche mit allen Beteiligten geführt werden. (lni)