Niedersachsens Agrarministerin hält Abschuss von Wölfen für nötig

Es gibt immer mehr Wölfe, die immer mehr Nutztiere reißen. Befürworter und Gegner streiten, wie Niedersachsen mit den Raubtieren umgehen soll. Die Landwirtschaftsministerin hält den Abschuss von Wölfen für notwendig.

Umweltministerium hat Einwände

Aus dem niedersächsischen Umweltministerium kommen in bei dem Umgang mit Wölfen Einwände gegen das Vorpreschen von Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). Sie halte den Abschuss von Wölfen für notwendig, sagte die Ministerin der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“.

Otte-Kinast: Es gibt genügend Wölfe

„Ich bin gegen die Ausbreitung des Wolfes, weil es die Nutztierhalter einschränkt“, sagte sie. „Wir können dem Wolf nur eine Grenze zeigen, wenn wir auch mal einen entnehmen.“ Sie findet, es gebe genügend Wölfe.

Europäisches Recht geht vor

Umweltminister Olaf Lies (SPD) sagte hingegen am Montag, es sei wenig hilfreich, einfache, rechtlich ungesicherte Lösungen zu skizzieren. „Wir wollen konsequent handeln, wenn der Bedarf da ist, aber nicht präventiv.“ Niedersachsen müsse hier europäisches Recht beachten. „Deshalb ist das mit ‚das machen wir mal eben‘, nicht getan, sondern das muss auch rechtlich sauber sein und Hand und Fuß haben.“

„Prüfen, ob es genug Wölfe gibt“

Auch Umweltminister Lies hat schon länger gefordert, auffällige Wölfe zu „entnehmen“. Behörden müssten aber jedes Jahr auf wissenschaftlicher Basis prüfen, ob es genügend Tiere gebe, damit ein „günstiger Erhaltungszustand“ bei der Wolfspopulation erreicht sei, sagte er. Den Wolf jedoch in das Jagdrecht aufzunehmen, macht laut Lies zurzeit keinen Sinn, weil noch kein günstiger Erhaltungszustand festgestellt sei. Dies müsse der Bund feststellen, hieß es aus dem Ministerium.