Niedersachsens Bauern düngen weiter zu viel

Niedersachsens Bauern kippen nach Erkenntnis des Agrarministeriums nach wie vor zu viel Gülle und Kunstdünger auf ihre Äcker. „Wir haben es mit einer jahrzehntealten Last zu tun, die zunehmend zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem wird“, sagte Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) bei der Vorstellung des Nährstoffberichts.

Mehr Stickstoff als nötig

In dem Bericht wird dokumentiert, wie viel Gülle und Kunstdünger zwischen Juli 2017 und Ende Juni 2018 wo ausgefahren wurden. Danach sind rund 50.000 Tonnen Stickstoff mehr angefallen, als die Pflanzen zur Düngung gebraucht hätten. Dennoch sei der Stickstoffüberschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18.000 Tonnen gefallen. Otte-Kinast hofft, diesen Wert in den kommenden drei Jahren auf null zu reduzieren.

Düngeregeln sollen verschärft werden

Mit Gülle oder Kunstdünger steigern Landwirte oft den Nitratgehalt auf ihren Äckern, um höhere Erträge zu erzielen. So kommt der Stoff auch ins Grundwasser. Bakterien können Nitrat in Nitrit umwandeln, das den Sauerstofftransport im Blut blockieren kann. Deutschland will die zuletzt 2017 geänderten Düngeregeln auf Druck der EU erneut verschärfen. (lni)