Patientenmörder Niels Högel: Ermittler kritisiert Klinik

Der Prozess gegen den wegen 100-fachen Mordes angeklagten Ex-Krankenpfleger Niels Högel geht weiter. Nun kritisierte der frühere Leiter der Polizeisonderkommission das Klinikum Delmenhorst.

Patienten zu Tode gespritzt

Dort sei 2004 der Zugang zum Medikament Gilurytmal erleichtert worden, sagte Ex-Sokoleiter Arne Schmidt vor dem Landgericht Oldenburg. Mit dem Medikament soll Högel viele Patienten zu Tode gespritzt haben. Bei dem Stoff sei damals ein hoher Anstieg bei den Bestellungen registriert worden.

Jeder Pfleger konnte Medikament bestellen

Nach einer Entscheidung der Medikamentenkommission der Klinik habe jeder Pfleger das Medikament bestellen können – vorher war das nur mit Autorisierung eines Arztes möglich.

Lebenslang in Haft

Schmidt war der erste Zeuge in dem seit 30. Oktober 2018 laufenden Prozess. Högel (42) war von 2002 bis 2005 am Klinikum Delmenhorst beschäftigt. Wegen sechs Taten auf der Delmenhorster Intensivstation sitzt er bereits lebenslang in Haft. (dpa)