Niedersächsische Polizei speichert Daten von HIV-Infizierten

Die Deutsche Aids-Hilfe hat die polizeiliche Erfassung von Menschen mit HIV und Hepatitis in Niedersachsen scharf kritisiert. Insgesamt 4.498 Personen sind in dieser Kartei gespeichert.

„Datensammlung kommt Stigma gleich“

„Menschen mit HIV oder Hepatitis werden durch den Warnhinweis ANST stigmatisiert“, sagte Winfried Holz, Vorstandsmitglied der Aids-Hilfe in einem Gespräch der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Abkürzung ANST steht für „Ansteckungsgefahr“. Bei einer Personenabfrage etwa während einer Streifenfahrt werde zu diesen Menschen der Hinweis „Ansteckungsgefahr“ im Computer angezeigt.

Hinweis soll Polizisten schützen

1.355 dieser Hinweise sind laut Ministerium im vergangenen Jahr erstellt oder überarbeitet worden. Der Hinweis sei zum Schutz von Beamten und Dritten nahezu unverzichtbar, hieß es. Dagegen sagte Holz, der Hinweis erhöhe nicht den Schutz für Polizisten: „Hilfreich sind Informationen über das beste Vorgehen nach einem eventuellen Infektionsrisiko. ANST erzeugt hingegen nur Scheinsicherheit.“ (epd)