Unternehmen sollen für Plastikmüll in der Nordsee zahlen

Bei der Beseitigung des Plastikmülls an der Nordseeküste wollen Niedersachsens Grüne die Verpackungsindustrie an den Kosten beteiligen. „Wir stellen uns einen Meeresmüllfonds vor“, sagte die umweltpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Imke Byl.

Müll weit verbreitet

Es gehe nicht an, dass die Kommunen auf den Kosten für die Entsorgung von Müll sitzenblieben, den sie nicht selbst verursacht hätten. In einer Anfrage an die Landesregierung wollten die Grünen wissen, wie viel Müll an den Stränden in Niedersachsen ankommt. Müll am Strand, auf dem Meeresboden und im Wasser belaste die Nordsee und sei weit verbreitet, hieß es in der Antwort aus dem Umweltministerium.

240.000 Müllteile

Etwa 90 Prozent des Mülls am Strand und auf dem Meeresboden der südlichen Nordsee bestehe aus Kunststoffen. Auf den Inseln Minsener Oog und Mellum in Niedersachsen sowie Sylt, Amrum und Scharhörn in Schleswig-Holstein sowie am Strand von Büsum hätten Umweltverbände innerhalb von 20 Jahren etwa 240.000 Müllteile erfasst. Dabei handelte es sich zum größten Teil um Plastik.

Verbot für Fischer?

Zum Meeresmüll gehören auch Kunststofffäden, die Grundschleppnetzen als Scheuerschutz dienen, sie werden in der Fischerei eingesetzt. Wenn die Fäden abreißen und an Strände gespült werden, können sich Seevögel beim Nestbau darin verfangen und verenden. Die Grünen wollen die Landesregierung nun unter anderem dazu auffordern, sich für ein Verbot dieser Technik im Bundesrat einzusetzen. (dpa)