Spieler werden bei „Broom Service“ zu Firmenchefs

Selten hüpfte jemand auf der Preisverleihung in Berlin so ausgelassen herum wie Alexander Pfister. Soeben war sein „Broom Service“ von der Kritikerjury zum „Kennerspiel des Jahres 2015“ gekrönt worden. Gemeinsam mit seinem zwei Jahre jüngeren Landsmann Andreas Pelikan hat der 43-jährige Österreicher das Brettspiel entwickelt.

Spiel erfordert Einschätzungsvermögen und Mut

„Broom Service“ basiert auf Pelikans Kartenspiel „Wie verhext“, das sich nach Ansicht seines Verlages alea unter Wert verkauft hatte. Pelikan sollte das Spiel neu konzipieren – jetzt aber mit Spielbrett. Dazu holte er Pfister ins Boot, und sie schafften den größten Erfolg ihrer Karriere. Durchaus überraschend: „Bisher waren alle Kennerspiel-Preisträger Strategiespiele“, erzählt Pfister. Doch „Broom Service“ ist genau dies nicht. Es erfordert neben Planung auch Einschätzungsvermögen und Mut.

Zaubergetränke werder per Besen geliefert

„Broom Service“ macht die Spieler zu Inhabern eines magischen Bringdienstes. Per Besenflug werden Zaubertränke ausgeliefert. Jeder Firmenchef bestimmt geheim, welche vier seiner zehn Angestellten er in der nächsten Runde einsetzen möchte. Weil gleiche Charaktere einander ausstechen, ist es gut, solche zu wählen, die die Konkurrenz nicht wählt. Bloß weiß man das eben nicht vorher. Diese Ungewissheit macht „Broom Service“ enorm spannend. „Nur Strategiespieler kommen weniger gut zurecht“, hat Pfister beobachtet: „Weil sie nicht den optimalen Zug ausrechnen können.“

Auf einen Blick

„Broom Service“: Spiel von Andreas Pelikan und Alexander Pfister, alea, für zwei bis fünf Spieler ab 10 Jahren, ca. 40 Euro. Ausstattung: 5, Spielregel: 6, Spielspaß: 6.

Marcus Kretzner

Marcus Kretzner

zeige alle Beiträge

Hat 1992 bei der NORDSEE-ZEITUNG seine Ausbildung zum Schriftsetzer begonnen und ist bis heute an Bord der NZ – nach Abschluss eines Volontariats mittlerweile als Redakteur und Producer.