Statt Bordell jetzt Kita

Einst beherbergte das unscheinbare Haus in der westfälischen Stadt Bünde ein Bordell. Nun darf hier eine Betreuungsstelle für Kinder einziehen. In einem Gerichtsprozess in Minden gaben am Freitag die Richter einer Tagesmutter recht. Sie hatte früher das Bordell betrieben.

Erlaubnis für Betrieb einer Kindertagespflege verweigert

Die Frau hatte geklagt, nachdem die Stadt Bünde ihr die Erlaubnis für den Betrieb einer Kindertagespflege im Frühjahr 2015 verweigert hatte. Begründung: Die Räume seien nicht geeignet und könnten das Kindeswohl gefährden. Die Sorge: Noch im Internet auffindbare Werbung für das Bordell könnte noch heute Freier anlocken.

Befürchtungen sind lebensfern und unbegründet

Solche Befürchtungen wiesen die Richter am Freitag als lebensfern und unbegründet zurück. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass der Bordellbetrieb seit 2014 fortgesetzt worden sei. Auch stelle die frühere Nutzung für Kinder keine Gefahr dar.

Tagesmutter arbeitete früher selbst im Bordell

Unstrittig war die Qualifikation der Tagesmutter. Zwar hatte sie früher in dem Haus Zimmer vermietet und hatte dort selbst als Prostituierte gearbeitet. Anlass zu Zweifeln an ihrer Eignung als Tagesmutter hatten aber weder Stadt noch Richter.