Bruce Springsteens „The River“ schwappt nach Europa

Der „Boss“ startet im Mai seine Euro-Tournee am 19. Mai in Lissabon.  Bisher stehen Termine die Shows von Bruce Springsteen in Deutschland aber noch nicht fest. Bis Ende Juli soll es insgesamt 18 Konzerte unter anderem beim Pinkpop-Festival 12. Juni in Holland, im schwedischen Göteborg (21./22.Juli) , drei Mal in Spanien in Madrid (26. Juni) und Barcelona (23./24. Juni) geben.

Als sicher gilt, dass es noch Termine in Großbritannien, Deutschland und Italien geben wird, hier laufen aber noch die Verhandlungen mit Stadienbetreibern. Das erste Konzert findet am 19. Mai in Lissabon statt, wo der „Boss“, wie ihn seine Musiker und Fans seit Jahrzehnten nennen, das „Rock in Rio Lisboa Festivals“ im „Bela Vista Park“ eröffnen wird.

Das komplette „The River“-Album und ganz viele Klassiker an jedem Abend

Abend für Abend wird er dann das komplette Album „The River“, zum Teil in neuen Arrangements, auf die Bühne bringen. Anlass ist der 35. Jahrestag des Erscheinens des Albums.
Seit Mitte Januar ist der 66-Jährige Springsteen mit seiner E-Street-Band in den USA unterwegs. Fast 30 seiner üblicherweise mehr als dreistündigen Shows stehen bis Anfang April auf dem Programm. Erst heute wurde eine weitere Show in Oklahoma City angekündigt. Springsteen gilt nicht nur in den USA seit Jahrzehnten als eine der größten Live-Attraktionen.
Das Album „The River“ war ein Meilenstein in der Karriere Springsteens. Nach seinem Durchbruch mit „Born To Run“ und der Bestätigung durch „Darkness On The Edge of Town“ befand er sich in einer Schaffenskrise. Ende 1979 lieferte er zehn Songs für das Album „The Ties That Binds“ bei der Plattenfirma ab, zog dies aber wieder zurück und verschanzte sich für ein weiteres Jahr im Studio.

Geburtsstunde des eigenen Springsteen-Sounds

Das ursprüngliche Album sei ihm nicht „groß“ genug gewesen, sagte er jüngst: Es hätten ihm „Farben“ gefehlt und „funky“ sei es schon gar nicht gewesen. Obendrein fehlte ihm die Euphorie der Konzerte. Herauskam ein Doppelalbum mit dem Titel „The River“. Der Sound, den er sich immer schon gewünscht habe, sei ihm hier erstmals gelungen, sagte Springsteen später einmal über das Werk. In jedem Fall fand er mit der Art von Musik zu sich selbst.

„Spiegel online“ schrieb unlängst bei der Vorstellung des üppig aufgeplusterten Deluxe-Set „The Ties That Bind – The River Collection“: „Bruce Springsteen war nie ein Autor, dem Liebeslieder reichten. Früh schon wollte er seinen Alltag vertonen und beschäftigte sich lieber mit der Working Class, die ihn so erschreckte wie faszinierte. Bevorzugt schrieb Springsteen Texte über Männer, denen das Leben ein Bein gestellt hat; denen Job und Mädchen abhandengekommen sind und die trotzdem immer wieder aufstehen.“

Seine Hymnen über den amerikanischen Traum, die Frauen und die Autos, aber auch zur politischen Lage seines Heimatlandes elektrisieren nach wie vor Millionen in aller Welt. Dass der linksliberale Springsteen steinreich ist und mit dem „kleinen Mann“ womöglich weniger zu tun hat als viele denken, verbirgt er hinter sympathischer Hemdsärmeligkeit.

Deluxe-Set „The Ties That Bind – The River Collection“ verwöhnt mit Raritäten und Live-Mitschnitten

Seine raue Röhre ist selbst im Rentenalter immer noch eine der mächtigsten des Rock-Genres, sie scheint – wie auch sein Songwriting – irgendwie nicht zu altern.

Vor der Tournee, zum 35-jährigen Jubiläum des Doppelalbums  ist ein Deluxe-Set „The Ties That Bind – The River Collection“ erschienen. Auf vier CDs und drei DVDs sind da die Originalaufnahmen sowie Ungehörtes eine neue Dokumentation plus eine gefilmte Show von 1980 zu hören und zu sehen. Erstmals ist da das unveröffentlichte „The Ties That Bind“-Album zu hören. Illegal hatten Hardcore-Fans schon länger Zugriff darauf. Interessant an dieser Einspielung ist,  dass sie viele bekannte Songs in alternativen Versionen bietet.

Christoph Willenbrink

Christoph Willenbrink

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Christoph Willenbrink, Jahrgang 1963, geboren in Beckum/Westfalen, seit der Jahrtausendwende bei der NORDSEE-ZEITUNG als Nachrichtenchef, seit 2006 auch als stellvertretender Chefredakteur. Seine journalistische Schwerpunkte im Alltag sind die Innen- und Sozialpolitik sowie Wirtschaft und die Koordination der regionalen Themen.