Exoten, Schlachtvieh und ungebetene Gäste an Bord: Museum widmet tierischen Seefahrern eine Sonderschau

Exotische Tiere traten an Bord der Schiffe ihre Reise aus fernen Ländern zu uns an. Vieh wurde auf dem Seeweg transportiert, und auch ungebetene Gäste fanden ihren Weg an Bord der Schiffe. Wieder andere dienten als lebender Proviant. Das Cuxhavener Wrack- und Fischereimuseum Windstärke 10 widmet eine selbst konzipierte kulturgeschichtliche Ausstellung den Tieren an Bord.

Die Geschichte der Tiertransporte reicht von der Antike, in der Arenen und Amphitheater mit zusätzlichen Attraktionen versorgt werden sollten, bis hin zur heutigen Massenverschiffung von Zucht- oder Schlachtvieh. Dabei war der Transport von Vierbeinern oft überaus problematisch. „Bewegungsmangel und Seekrankheit machten die langen Seereisen für viele Tiere zur Qual“, berichtet Museumsmitarbeiterin und Ausstellungskuratorin Inga Brantzky. Auch für die Schiffsbesatzungen war diese ungewöhnliche Fracht mit erheblichem Aufwand verbunden. Allein ein ausgewachsener Elefant benötigt auf der Reise von Indien nach Europa 2000 Kilogramm Heu, 1200 Kilogramm Bananen, 500 Stangen Zuckerrohr und 400 Kohlköpfe.

Lebende Exemplare des Schiffsbohrwurms

Neben der tierischen Fracht, lebendem Proviant und vierbeinigen Crewmitgliedern beschäftigt sich die reich bebilderte Schau auch mit den ungebetenen Passagieren an Bord. Bis heute bilden beispielsweise Kakerlaken gerade in wärmeren Teilen der Welt ein Problem. Ein ausgewachsenes (Kunststoff-)Exemplar, das es sich auf einem Kopfkissen gemütlich gemacht hat, während ein ganzer Zug Artgenossen auf der angrenzenden Wand unterwegs ist, führt dies in der Ausstellung eindrücklich vor Augen. Zwei ausgestopfte Ratten erinnern daran, dass die Nager nicht nur Ladung und Proviant anfraßen, sondern mit ihren Flöhen auch Pestüberträger waren. Auf Interesse dürften bei den Besuchern auch die lebenden Exemplare des Schiffsbohrwurms Teredo Navalis stoßen, die sich in einem Salzwasser-Aquarium wohlfühlen.