Schwalben, Furzen und Trash Talk: Schmutzige Tricks im Sport

Wer im Sport erfolgreich sein will, braucht Ehrgeiz. Doch dieser zeigt sich manchmal nicht nur bei der Arbeit an der eigenen Leistung. Wer gewinnen will, nutzt dazu oft auch Tricks, die den Gegner beeinflussen und schlechter machen sollen.

Furz beim Darts

Stunk in der Darts-Szene: Mit 2:10 verlor der Niederländer Wesley Harms sein Spiel gegen den zweifachen Weltmeister Gary Anderson. Grund: Der Schotte habe gezielt gefurzt, um ihn zu beeinträchtigen, sagte Harms nach dem Spiel. „Es wird zwei Nächte dauern, bis ich diesen Geruch wieder aus meiner Nase habe.“ Anderson hingegen stritt das ab. Er bestätigte zwar den Gestank, hatte aber eine andere Erklärung dafür. „Es stank, dann spielte er besser und ich dachte, er musste einfach seine Blähungen loswerden. Wenn der Junge denkt, ich hätte einen fahren lassen, liegt er zu 1010 Prozent daneben“, so Anderson.

Kein Fair-Play

Wer auch immer Recht hat: Die Methode seinen Gegner mit schmutzigen Tricks zu bekämpfen, ist fast so alt wie der Sport selbst. Dabei geben die Verbände und Vereine gerne vor für Fairplay zu stehen. So zum Beispiel im Fußball. Den Brasilianer Luiz Adriano kümmerte das aber nicht, als seine Mannschaft den Ball nach ungeschriebenem Gesetz zum Gegner spielen wollte. Er rannte einfach zum Ball und schoss ihn ins Tor.

Winning ugly

Aber auch in anderen Sportarten gibt es Tricks, die den Gegner beeinflussen sollen. Tennis-Spieler Brad Gilbert prägte den Begriff „winning ugly“ – also: hässlich gewinnen. Sein Rezept: Psychologische Kriegsführung. Ein Beispiel dafür wäre dieser Tipp, den man online in einem Tennis-Forum nachlesen kann: „Wenn Ihr Gegner bei einem wichtigen Punkt einen Aufschlagfehler macht, geben Sie vor, dass Ihnen eine Saite gerissen ist und tun Sie so, als ob Sie den Schläger wechseln würden. Wenn Sie zurückkommen, wird es schwierig für Ihren Gegner, den Rhythmus für seinen zweiten Aufschlag zu kontrollieren und er hat kein Recht, eine Wiederholung des ersten Aufschlages zu verlangen.“

Freiwurf-Lärm

Nicht nur die Sportler wenden übrigens kleine Tricks an. Basketball-Fans etwa sind zunächst ganz still und verursachen dann plötzlich großen Lärm, um gegnerische Spieler beim Freiwurf zu verunsichern. Manchmal gehen sie darüber sogar hinaus…

Crashgate

Die bekanntesten Fälle kommen allerdings von den aktiven Sportlern. Selbst in Sportarten, in den kein direkter Körperkontakt besteht, wie in der Formel 1. Der Fahrer Piquet jr. wurde 2008 im Fall „Crashgate“ zum Bauernopfer gemacht. Damit sein Teamkollege Fernando Alonso nicht so viel Zeit beim Tankstop verliert, wies sein Teamchef Flavio Briatore ihn an, absichtlich in eine Mauer zu fahren. Nach dem Unfall kam das „Safety Car“ auf die Strecke, wodurch alle langsamer fahren mussten. Alonso gewann das Rennen, der Skandal flog später auf und Briatore wurde lebenslang gesperrt.

Schwalben

Aber noch einmal zurück zum liebsten Sport der Deutschen. Sogenannte „Schwalben“ sind seit vielen Jahren ein Begriff im Fußball. Spieler lassen sich im gegnerischen Strafraum fallen, um einen Elfmeter herauszuholen.

Trash Talk

Zudem gibt es  – wie auch in anderen Sportarten – den sogenannten „Trash Talk“. Die gezielte Provokation des Gegners mit Worten, damit er seine Nerven verliert und eine rote Karte kassiert oder einen Elfmeter verursacht. So geschehen zum Beispiel im WM-Finale 2006, als Italiens Marco Materazzi den Franzosen Zinedine Zidane beleidigte, dieser ihm daraufhin einen Kopfstoß gab und vom Feld gestellt wurde. Legendär geworden ist in dieser Hinsicht aber auch das Zitat des schwarzen Spielers Anthony Baffoe, der von seinem weißen Gegenspieler rassistisch beleidigt wurde. Er antwortete: „Du kannst auf meiner Plantage arbeiten“.

Peter Gassner

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Peter Gassner, geboren am Niederrhein, volontierte nach seinem Studium der Geschichte und Politik im mittelhessischen Marburg bei der dort ansässigen Oberhessischen Presse. Nach Zwischenstation beim General-Anzeiger in Bonn wurde er nun an die Nordsee-Küste gespült. Besonderes Interesse an Sport aller Art.