Geschlechtsbestimmung im Ei: Alternative zum Töten der Eintagsküken

Durch das Töten männlicher Eintagsküken geraten Zuchtbetriebe wie Lohmann Tierzucht in Cuxhaven immer wieder in die Kritik. Bisher gibt es dazu sogar nach Meinung eines Gerichts keine Alternative. Doch jetzt naht eine Lösung.

Prototyp zur Geschlechtsbestimmung in Altenwalde vorgestellt

Die Firma Agri Advanced Technologies (AAT), die wie Lohmann zur EW Group gehört, hat am Dienstag  in einer Brüterei in Altenwalde eine neue vollautomatische Anlage zur Geschlechtsbestimmung im Ei vorgestellt – ein Prototyp.

45 Millionen Küken werden jedes Jahr getötet

Das Vergasen der männlichen Küken ist seit Jahren in der Diskussion. Die Brüder der Legehennen haben zwei „Nachteile“, sie eignen sich nicht für den Markt, weil sie keine Eier legen und für die Mast zu dünn sind. 45 Millionen Küken werden jedes Jahr in Deutschland getötet.

Der Prototyp im Video:

Schon vor dem Schlupf werden männliche Küken aussortiert

Mit der neuen Maschine wird durch ein optisches Verfahren das Geschlecht von Hühner-Embryonen bereits im Ei identifiziert. Männliche Küken können so noch vor dem Schlupf aussortiert und müssen dann nicht mehr als Eintagsküken getötet werden. Das Aussortieren passiere am 4. Bruttag und damit so früh, dass die Embryonen noch kein Schmerzempfinden haben.

In einem Jahr soll die erste industrielle Maschine starten

„Im Herbst 2018 soll die erste vollindustrielle Anlage in einer Brüterei in den Betrieb gehen“, verspricht AAT-Geschäftsführer Jörg Hurlin.

Christian Doescher

Christian Doescher

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Christian Döscher, Jahrgang 1967, leitet seit 2009 die Landkreis-Redaktion der NORDSEE-ZEITUNG. Zehn Jahre hat er in der Nachrichten-Redaktion gearbeitet. Vor seinem Volontariat ab 1997 ist der Köhlener vier Jahre als selbstständiger Marketing-Berater tätig gewesen. Studiert hat Döscher in Hannover Wirtschaftswissenschaften. Seine Leidenschaft gilt dem Fußball.