Amokfahrt in Cuxhaven: Angeklagter befand sich in einem Alkoholrausch

von Jens J. Potschka

Fortsetzung im Prozess zur Amokfahrt in Cuxhaven: Jetzt steht die Geschwindigkeit fest, mit der Zaim M. seinen weißen Citroën in den frühen Morgenstunden des 27. November 2017 in eine Menschenmenge vor der Diskothek Flair an der Bahnhofstraße steuerte.

Tempo 50

Bei der Fortsetzung der Hauptverhandlung vor dem Landgericht in Stade hatten die Sachverständigen das Wort. Sie beantworteten Detailfragen der Prozessbeteiligten, über die zum Teil noch Ungewissheit herrschte. So soll er mit Tempo 50 gefahren sein und rund 2,6 Promille im Blut gehabt haben.

Täter lenkt den Wagen in die Bahnhofstraße

„Wir können davon ausgehen, dass der Beschuldigte am Morgen des 27. November mit einer Geschwindigkeit von 45 bis 50 Stundenkilometern die Bahnhofstraße in Richtung Brunnenobjekt befuhr“, erklärte Diplom-Ingenieur Alexander Pitkowski. Der Beschuldigte habe seinen Wagen gegen 7.30 Uhr allein und selbstständig aus einer Parkbox an der Bahnhofstraße beim dortigen Wasserturm gelenkt und sei dann geradeaus in den Teil der Bahnhofstraße gefahren, der für den öffentlichen Verkehr nicht zugelassen ist.

„Hochgradiger Alkoholrausch“

Dr. Harald Schmidt, Facharzt für Rechtsmedizin, erläuterte dann anhand eines Rechenmodells den Alkoholwert, den der Angeklagte zum Zeitpunkt der Fahrt im Blut hatte. Die um 9.35 Uhr bei der Polizei durch einen Arzt entnommene Probe wies einen Wert von 1,97 Promille aus. „Das bedeutet, das der Beschuldigte zwei Stunden zuvor das Fahrzeug mit 2,58 Promille im Blut gesteuert haben muss“, stellte Schmidt fest, der in diesem Fall von einem „hochgradigen Alkoholrausch“ sprach.

Facharzt sieht keine Schuldunfähigkeit

Der Facharzt kam jedoch trotz der von vielen Zeugen geschilderten alkoholtypischen Ausfallerscheinungen bei Zaim M. zu dem Schluss: „Für eine Schuldunfähigkeit des Angeklagten haben wir keinen Hinweis.“