Beim Poetry Slam in Lunestedt wird sogar das Einhorn blass

Sechs Nachwuchskünstler, sechs besondere Aufritte: Beim Poetry Slam in Lunestedt gab’s viele neue Perspektiven und reichlich Wortwitz. Von der „Ostfriesisierung des Abendlandes“ war die Rede und  von einem Einhorn, das die Farbe verliert. Die Zuschauer hatten ihre helle Freude bei der Premiere im Dorphuus.

„Ostfriesisierung des Abendlandes“

„Mein patriotisches Ich plant die Ostfriesisierung des Abendlandes. Ein fließender, geschmeidiger Übergang von Kebab und Hackfleischdrehspieß zu Matjes“, verriet beispielsweise David Onnen aus Oldenburg. Andrea Eckermann nahm die Zuhörer mit auf ihre Suche nach dem Ich und auf dem Weg zur Erkenntnis.

„Das M-Wort“

Stephanie Bastos Rebelo machte ihrem Unmut über die „Oberflächlichkeit der Gesellschaft“ verbalakrobatisch Luft. Und Martin Stange wagte in der fiktiven Taverne voller Fabelwesen das „M-Wort – Menschen“ auszusprechen  – woraufhin das Einhorn seine Regenbogenfarben verlor und erblasste.

„Heimat ist, wo Du Menschlichkeit erlebst“

„Heimat ist nicht unbedingt da, wo Du herkommst, sondern da, wo du Menschlichkeit erlebst“, erzählte Ibrahim Idris  von seiner Flucht vor dem Krieg in Syrien. Und weiter ging’s im fröhlichen Takt: Von der Plazenta über Papiere bis Plastik, alles landet im Müll“, skandierte Eleonore Born. Für sie war deshalb klar: „Brennen soll der Müll wie einst die Hexen.“

„Nein! Doch! Ohh!“

Apropos klar: Für Organisator Timo Gerken war ob der künstlerischen Vielfalt und der positiven Reaktionen des Publikums klar, dass es eine Neuauflage von Poetry Slam in Lunestedt geben soll. Oder etwa nicht? Seine Antwort: „Nein! Doch! Ohh!“ (ran)