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Cuxland-Jäger schlägt Alarm: Stirbt unser „Osterhase“ aus?

Der Feldhase schlägt Haken wie kein anderes Tier. Oder er legt die Ohren an und drückt sich tief in eine Mulde. Das hat ihm schon oft das Leben gerettet. Doch bei den aktuellen Gefahren helfen dem Sympathieträger mit den langen Ohren keine Fluchtkünste. Die Anzahl der Hasen stürzt ab. In einigen Bereichen des Cuxlandes ist er praktisch nicht mehr zu finden. Jäger und Naturschützer Hermann Kück schlägt Alarm.

Jäger finden keinen einzigen Hasen mehr

„Der Rückgang der Feldhasen ist wirklich dramatisch“, sagt der Jäger und Naturschützer Hermann Kück. Warnzeichen gebe es überall. Besonders erschüttert habe ihn diese Nachricht, die er nun weitergibt: „Im Jagdrevier Westerbeverstedt haben die Jäger zum ersten Mal seit Generationen keinen einzigen Hasen erlegt“, sagt Kück.

Die Ursachen sind vielfältig

Daran liegt es, dass die Zahl der Hasen einbricht:

  • Es fehlt durch intensive Landwirtschaft immer mehr artenreiches Grünland mit großer Wildpflanzen-Vielfalt
  • Die Rückzugsräume im hohen Gras an Wegesrändern oder Weidenzäunen werden weniger
  • Weiden werden immer häufiger gemäht, oftmals fünfmal pro Jahr
  • Neue Räuber wie Marderhund oder Waschbär breiten sich aus, Saatkrähen entwickeln sich zur Plage
  • Feuchte Wetterlagen bereiten den Hasen Probleme

Ostern ist nicht in Gefahr – vorerst

Dass es so wenige Hasen gibt, ist für viele kaum zu glauben. Wenn Kück daran zurückdenkt, wie viele Hasen er früher in der Natur gesehen hat. Der Hase war ein Festbraten am Sonntag. Das Tier sei wichtig für unsere Kultur, sein Wesen habe sich in vielen Ausdrücken und Redewendungen niederschlagen, wie etwa „Da liegt der Hase im Pfeffer“, „Angsthase“ oder eben beim Osterhasen. „Ostern ist aber nicht Gefahr“, sagt Kück und muss trotz des ernsten Themas schmunzeln. „Den einen oder anderen haben wir ja noch da draußen.“

Jens Gehrke

Jens Gehrke

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Jens Gehrke ist in Bremerhaven geboren, arbeitet als Redakteur bei der NORDSEE-ZEITUNG und gehört seit 2016 dem nord24.de-Team an. Er hat Kulturwissenschaften und BWL in Lüneburg und Madrid studiert, danach volontierte er bei der NORDSEE-ZEITUNG. Die Schwerpunkte der Berichterstattung liegen in den Gemeinden Hagen im Bremischen und Beverstedt.