Der Bautz-Virus hat ihn fest im Griff

Er ist Baujahr 1952, kostete damals in der Anschaffung 5350 Deutsche Mark (heute gut 2735 Euro) und ist mit 15 bis 18 Stundenkilometern gemächlich unterwegs: Der nach seiner Instandsetzung grün lackierte Bautz-Trecker mit der Typenbezeichnung AS 120 bildete den Grundstock für die Sammlung von Karl Rahders. Rahders hat den Bautz-Virus.

Bautz-Freunde teilen Leidenschaft

Dem Landmaschinenmechanikermeister und Schmiedemeister, der bis zu seiner Pensionierung auch eine Tankstelle in Axstedt betrieb, ist die Leidenschaft für Landmaschinen bereits in die Wiege gelegt worden. „Mein Großvater hat das Unternehmen 1908 gegründet, mein Vater und ich haben es fortgeführt“, erzählt der heute 73-Jährige. Mit Eintritt in den Ruhestand vor zehn Jahren gab er den Betrieb auf und widmet sich seitdem gemeinsam mit einigen weiteren „Schraubern“, die sich unter dem Namen Bautz-Freunde Axstedt zusammen getan haben, seiner Liebe zu Bautz-Traktoren.

Anfangs mit drei Mann

„Anfangs haben wir mit drei Mann geschraubt, einer hat dem anderen geholfen“, sagt Rahders. Die Marke Bautz habe er sich ausgesucht, weil er an vielen anderen Fabrikaten während seiner Berufstätigkeit bereits herumgeschraubt habe und die Macken kenne. Bautz war Neuland für den Axstedter. „Jetzt kenne ich auch die Schlechtigkeiten dieses Fabrikats“, zieht er schmunzelnd Bilanz und spricht von einem Virus, der ausgebrochen sei: „Sieben Bautz-Trecker haben wir bereits restauriert, sieben weitere sollen noch folgen.“

Ersatzteile schwer zu finden

In der Halle auf dem ehemaligen Firmengelände stehen nicht nur die restaurierten Traktoren, auch zahlreiche Einzelteile sind zu finden. „Die Bautz-Schlepper sind nur bis 1964 gebaut worden, Ersatzteile sind schwer zu finden. Man bekommt sie nur gebraucht oder mit Beziehungen“, weiß Rahders, der über ein großes Ersatzteillager verfügt. „Was andere als Schrott bezeichnen, ist für mich wertvoll“, meint er mit Blick auf die vielen Einzelteile. (ag)