Ein Beruf aus der Steinzeit: Reusenfischer

„Gekocht“, antwortet Erhard Djuren auf die Frage, wie er Krabben am liebsten mag. Die Meeresleckerei ist seine Leidenschaft. Nicht nur auf dem Teller. Mit zwölf Jahren hat er der Wremer Reusenfischer sein erstes Fanggerät geflochten. Ein Methode, die heute an der Nordseeküste kaum noch einer praktiziert.

Seit 5000 Jahren praktiziert

Das Prinzip des Reusenfischens gibt es bereits seit 5000 Jahren. „Im Bachmann-Museum in Bremervörde sind Präparate ausgestellt, die belegen, dass schon Jungsteinzeitmenschen mit Weidenreusen gefischt haben“, erklärt Claudia Reuter, Inhaberin des Weidenzentrums Padingbüttel und Gründerin des Regionalverbundes Nord im Verein Flechtwerk.

Flechterin will altes Handwerk bewahren

Die Flechterin sorgt dafür, dass der uralte Beruf nicht in Vergessenheit gerät. „Das Flechten von Krabbenreusen beherrschen bei uns vielleicht noch drei oder vier Fischer“, sagt sie. Im Winter hat sie einen Lehrgang für Berufsgenossen organisiert. Djuren zeigte den Flechtern seine spezielle Technik. Anders als beim Korbflechten setzt er neue Flechtfäden immer außen am Korb an, damit sich im Inneren keine Algen festsetzen. Was Djuren so besonders macht, ist, dass er seine geflochtenen Reusen in der Praxis einsetzt.

Arbeitszeiten nach der Tide

Die Arbeitszeiten des 69-Jährigen richten sich nach der Tide. Zweimal pro Tag fährt Djuren mit seinem Hundeschlitten ins Watt. Er ist der einzige an der Wurster Küste, der das alte Handwerk des Reusenfischens noch betreibt.

Heike Leuschner

Heike Leuschner

zeige alle Beiträge

Heike Leuschner hat sich nach ihrem Jura-Studium in Hamburg für die journalistische Laufbahn entschieden. Seit 2010 ist die gebürtige Sächsin als Redakteurin im Landkreis-Ressort der NORDSEE-ZEITUNG beschäftigt. Privat sieht man sie häufig mit der Kamera - oder gar nicht. Dann ist sie auf Reisen.