Eltern kämpfen mit Macht für Oberstufe in Langen

Selten ist eine Kreistagssitzung mit solcher Spannung erwartet worden. Vor allem von den Langener Eltern. Am Mittwoch entscheiden die Politiker darüber, ob ihr Gymnasium eine eigene Oberstufe bekommt. Das Ungewöhnliche dabei: Es ist alles offen. Die schwarz-rot-grün-gelbe Kooperation, die den Kreistag dominiert, konnte sich im Vorfeld nicht wie sonst auf eine gemeinsame Haltung einigen.

Schwierige Suche in der Politik nach einheitlichen Positionen

„Es war in allen Fraktionen nicht möglich, eine einheitliche Position dazu zu finden“, sagt CDU-Fraktionschef Frank Berghorn. Der Holßeler, selbst eifriger Befürworter eines durchgängigen Gymnasiums in Langen, hat deshalb seinen Leuten die Entscheidung freigestellt.

Auch in den kleinen Parteien gibt es Befürworter und Gegner

Bei der SPD sieht es nicht anders aus. Fraktionschef Claus Johannßen betont zwar, dass die große Mehrheit seiner Fraktion gegen die Oberstufen-Pläne sei. „Aber wir wollen unsere Genossen aus Geestland und umzu nicht zu dieser Haltung zwingen.“ Auch in den Reihen der kleinen Parteien gibt es Befürworter wie Gegner.

Eltern sind vor eineinhalb Jahren in die Offensive gegangen

So dürften wohl etliche Eltern im Kreishaus auflaufen, um mitzuerleben, wie die Zukunft ihres Gymnasiums aussehen wird. Seit Jahren kämpft man in Langen um eine eigene Oberstufe. Vor eineinhalb Jahren gingen die Mütter und Väter in die Offensive.

Im Gymnasium ist es eng geworden, dazu kommt der Traum von kurzen Wegen

Im Gymnasium war es eng geworden, die Schülerzahlen am nördlichen Stadtrand von Bremerhaven sind in den letzten Jahren kräftig gewachsen. Viele Eltern träumen zudem von kurzen Wegen für ihre Kinder, die Realität sieht aber anders aus. Im Altkreis Wesermünde gibt es im Osten (Schiffdorf) und im Norden (Wurster Nordseeküste) gar keine Gymnasien und das Abi kann man nur in Bad Bederkesa (Internatsgymnasium), Hagen (Waldschule) oder eben in Bremerhaven (Kreis-Gy, Oberstufenzentren) ablegen.

Inga Hansen

Inga Hansen

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Inga Hansen, Jahrgang 1962, arbeitet seit 1993 als Redakteurin in der Landkreis-Redaktion der NORDSEE-ZEITUNG. Zuvor hat die gebürtige Ratzeburgerin in Hamburg Politikwissenschaft und Öffentliches Recht studiert. Über Politik beziehungsweise die Frage, wie sich die Gesellschaft entwickelt, kann sich auch privat den Kopf heiß reden, weitere Leidenschaften gelten der Pop-Musik und dem Kino.