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Entscheidung naht: Soll das Wolfsrudel im Cuxland zum Abschuss freigegeben werden?

von Klaus Wieschemeyer

Niedersachsens Umweltministerium erwartet eine „zeitnahe“ Empfehlung, wie mit dem Wolfsrudel im Cuxland umgegangen werden soll. Das kündigte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch in Hannover an.

Experten haben sich die Lage vor Ort angeschaut

Man erwarte kommende Woche einen Bericht der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) in Görlitz samt Empfehlung. DBBW-Experten hatten am vergangenen Donnerstag und Freitag zusammen mit Vertretern von Wolfsmanagement und Naturschutzbehörden die Lage vor Ort besichtigt und mit Betroffenen gesprochen.

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Wolfsrudel im Landkreis Cuxhaven verhält sich ungewöhnlich

Das Rudel im Landkreis Cuxhaven gilt als ungewöhnlich, weil es nicht nur Schafe, sondern auch Rinder angreift. Wegen dieses ungewöhnlichen Jagdverhaltens erwägt die Landesregierung den Abschuss des ganzen Rudels, was Tierschützer als Tabubruch sehen, denn die Tiere sind europaweit streng geschützt.

Können Schutzzäune den Wolf aufhalten?

Von einem Abschuss will das Ministerium nicht ausgehen. Man werde „zu einem klugen Entschluss“ kommen, kündigte der Sprecher an. Er verwies darauf, dass es in anderen Regionen Niedersachsens wie Lüchow-Dannenberg bei hoher Wolfsdichte weniger Nutztierrisse gebe. Hier habe sich der Bau von Schutzzäunen bewährt.

In der EU wächst der Widerstand gegen den strengen Schutz der Wölfe

Die Frage nach einer Bejagung gehörte zu den Topthemen im Landtagwahlkampf. Doch nicht nur in Niedersachsen regt sich indessen Widerstand gegen den flächendeckend strengen Schutz der Wölfe: Der Umweltausschuss des EU-Parlaments hat in einem Entschließungsantrag mehr Schutz für Menschen gefordert. Das Zusammenleben mit großen Fleischfressern wie dem Wolf könne sich „negativ auf die nachhaltige Entwicklung der Ökosysteme und der besiedelten ländlichen Räume, insbesondere in Zusammenhang mit traditioneller Landwirtschaft und nachhaltigem Tourismus auswirken“, heißt es in dem Antrag, der im November im EU-Parlament beraten werden soll.