Fallstricke beim Pferdekauf: Anwältin schreibt Ratgeber

Nach dem Kauf kam das böse Erwachen: Das Pferd war älter als vorher angegeben. Außerdem war es krank und und ganz und gar nicht reitbar. Kann man so ein Tier einfach zurückgeben? Es sind Fälle wie dieser, mit dem sich Anwältin Agnes Mühring beschäftigt. Mit einem Ratgeber möchte sie jetzt auch präventiv tätig werden.

Sie will Hilfe zur Selbsthilfe leisten

„Niemand muss sofort zum Anwalt rennen“, findet sie. Ihr Handbuch „Pferdekaufrecht im Überblick“ reiche aus, um für den Erwerb eines Rosses – oder auch für seinen Verkauf – gewappnet zu sein. Ob sie sich als Juristen mit Schwerpunkt Pferderecht damit nicht ihre eigene Klientel abspenstig macht? Davor hat die 34-Jährige keine Angst. Sie möchte Hilfe zur Selbsthilfe leisten, bevor es überhaupt ein Problem gibt.

Auch einmal mit Positivem assoziiert werden

Dies sei nicht nur für den Betroffenen von Vorteil. Auch sie selbst wolle wenigstens manchmal mit positiven Informationen assoziiert werden, gesteht sie. „Wenn jemand Kontakt mit einem Anwalt hat, hat dies meist einen unangenehmen Hintergrund“, erläutert sie. „Sogar die eigenen Mandanten freuen sich nicht unbedingt, wenn sie Post von ihrem Rechtsbeistand bekommen – zumal es oft eine Rechnung ist“, meint sie leicht selbstironisch.

Buch nicht nur für Pferdeliebhaber geeignet

Aus dem knapp 70-seitigen Ratgeber hingegen könnten viele einen Nutzen ziehen – und zwar nicht nur Pferdeliebhaber. Denn wer sich mit Pferdekaufrecht befasse, lerne automatisch etwas über die Prinzipien des Kaufrechts an sich. „Das Bürgerliche Gesetzbuch kennt nur ein Kaufrecht. Es macht – bezogen auf bewegliche Sachen – keinen Unterschied, ob es um ein Pferd, einen Pullover oder ein Auto geht“, erklärt Agnes Mühring. Anhand der vier wichtigsten Themen in diesem Zusammenhang (Kaufvertrag, Sachmangel, Gewährleistungsrechte und Verbrauchsgüterkauf) klärt sie den Leser über seine Rechte, Pflichten und über mögliche Fallstricke auf.

Immer wiederkehrenden Streitpunkte

Allerdings: Zwar gelten Pferde in puncto Kaufrecht als Sachen, dennoch seien sie Lebewesen, betont Mühring. Und das führe insbesondere bei Rechtsstreitigkeiten rund um das Thema Sachmangel zu immer wiederkehrenden Streitpunkten. Der Klassiker ist hierbei oftmals die Frage, ob ein Pferd wie vereinbart reitbar ist oder nicht. „Aber wo fängt Unreitbarkeit an?“, fragt Mühring. „Viel hängt dabei ja auch vom Reiter ab. Während ein Anfänger beim entsprechenden Tier möglicherweise gar nichts erreicht, klappt bei einem erfahrenen Reiter alles tadellos“, beschreibt sie die zahlreichen Einflussfaktoren, die eine Bewertung erschweren.

› Agnes Mühring: „Pferdekaufrecht im Überblick – kompaktes Grundwissen zum Kaufvertrag, Sachmangel, Gewährleistungsrecht und Verbrauchsgüterkauf“, Selbstverlag, 11,95 Euro. www.kanzlei-muehring.de